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Bergfrühling in den Alpen – zum höchsten Gipfel des Entlebuchs – auf den Fürstein (2.040 m) -
Um 7 Uhr morgens am 22.06.2008 machten wir (14 Teilnehmer mit Bergführer Herbert Higle) uns vom PSV aus auf den Weg, der sommerlichen Hitze von Freiburg zu entfliehen,
und einen Bergfrühlingstag in den Schweizer Alpen zu genießen. Wir fuh ren mit den Autos auf die Passhöhe
und den Parkplatz Glaubenberg (1.543 m), um den Weg von dort aus unter unsere Füße zu nehmen. Es war ein herrlicher Tag bei schönstem
Sonnenschein. Ein beschilderter Wanderweg führte uns - anfangs noch gemächlich - südwestwärts auf einem Alpsträßchen nach Schnabel und
zog in einer großen Kurve zum Ausläufer des Sewenegg empor (1.749 m). Dieser Wegspur folgten wir weiter zum Sewensee und zur kleinen
Kapelle auf Ober Sewen (1.717 m), wo wir unsere erste kleine Rast einlegten. Bereits hier ergab sich für uns eine sehr interessante Aussicht. Wir ließen unsere Blicke schweifen über eine wunderbare
Naturlandschaft – der Moorlandschaft des Entlebuch. Nicht von ungefähr ist das Entlebuch zum UNESCO Biosphärenreservat erklärt worden. Die urtümliche Moorlandschaft begeisterte unsere Sinne. Wir
bestaunten blumige Flachmoore, wunderschöne Naturwiesen mit herrlicher Flora und einer sagenhaften, geschützten Pflanzen- und Kräutervielfalt wie z. B. Heidelbeersträucher, Moorbeere, scheidiges
Wollgras, Sonnentau, Enzian und unscheinbare, aber besonders schöne Orchideen. Weiter ging u nsere Wanderung Richtung Gipfelkreuz des Fürstein (2.040 m). Ein steiler Anstieg führte uns durch karges Hochmoorgebiet. Dieser Anstieg war zwar sehr
steil und anstrengend, doch jeder Schritt lohnte sich. Auf dem Gipfel genossen wir eine atemberaubende Rundsicht . Unser Blick reichte vom Pilatus im Nordosten bis zu den
schneebedeckten Berner Alpen im Südwesten. Grandios! Unser Tourenführer Herbert erklärte uns geduldig und fachkundig jede einzelne Bergkuppe und jeder hohe Gipfel (und das waren viele!).
Vom Gipfel aus verliefen radiär tief eingekerbte Täler und langgezogene Grate. Dadurch sind die Schluchtwälder meist nur sehr schwer zugänglich und kaum
erschlossen. In diesen ausgedehnten naturnahen Wäldern können sich störungsanfällige und bedrohte Tierarten wie das Auerhuhn, der Uhu, Steinadler und der Luchs zurückziehen. Die
Schrattenfluh ragte beeindruckend aus der Landschaft heraus. Sie ist eines der eindrücklichsten
Karstgebiete in den Voralpen und gibt einer Gesteinsart – dem Schrattenkalk – den Namen. Die vegetationslose Kalkschichten und Felsbänder hoben sich von den bewachsenen Hängen der
weiteren Umgebung ab und waren von weit her als weissgraue, au sgedehnte Fläche erkennbar.
Alle freuten sich, am Gipfelkreuz angekommen zu sein und beglückwünschten sich, zu diesem tollen Anstieg. Ein paar Wandersohlen hat dieser Aufstieg gekostet –
die Sohlen einer Teilnehmerin lösten sich, doch Herbert war sehr gut ausgerüstet, holte seine Kleberolle aus dem Rucksack und fixierte sogleich die Sohlen wieder an „Schusters Rappen“.
Hier, auf dem Gipfelkreuz des Fürsteins gönnten wir uns nun eine längere Pause, um unsere Energiereserven mit einem ordentlichen Vesper und genügend
Flüssigkeit aufzufüllen. Die Sonne strahlte vom Himmel, so dass wir alle uns noch mal ordentlich mit Sonnencreme einschmieren mussten. Es war sehr heiß!
Unser Abstieg führte uns erneut durch die fantastische Landschaft der Moore. Der Rückweg war sehr steil. Wir gingen Schritt für Schritt und
vorsichtig durch die wilde Naturlandschaft. Im Vorteil war, wer seine Wanderstöcke mit dabei hatte - sie waren fast unerlässlich, um einen sicheren Halt beim Abstieg zu finden. Der Abstieg führte uns
erneut durch die verschiedenen Moorflächen, über feuchte und rutschige Grasbüschel, über kleine Bergbäche und kleine Schneefelder und durch unwegsames Gelände. Herbert jedoch bahnte uns
den Weg, scheute sich auch vor verkratzten Beinen nicht, so dass wir nach 5 Stunden Gehzeit, gesund und munter an unserem Ausgangspunkt – dem Glaubenbergpass – ankamen. Dort hielten
wir – bei einem kleinen, bewirteten Kiosk – noch einmal an zu einer Kaffee-, Kuchen- und Trinkpause, denn dass hatten wir uns wahrlich verdient. Schön war`s - sehr schön sogar! Vielen
Dank Herbert für die tolle Tour!
Petra Kurt
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