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Rückblick 2008
Fotos
Klettersteigwoche in
Südfrankreich

Klettersteigtour in den französischen Alpen rund um Briançon

 13.-16.07.2008

Aufgrund der Wettervorhersage starteten wir erst am Sonntag, den 13.07. statt wie vorgesehen am Samstag. Wir, das waren Eberhard, unser Tourenführer, Marco, sein Assistent und zweiter Fahrer, sowie Hildegard, Stasi und Claudia.

Wir wollten wettertechnisch sicher gehen, denn die Anfahrt dauerte immerhin ca. 7 Stunden. Unterwegs regnete es zwar noch, wurde aber langsam immer besser. Wir kamen über den Col de Galibier und fühlten uns fast wie bei der Tour de France. So viele ambitionierte Radfahrer, die es alle mal wissen wollten, wie es sich anfühlt, wenn man sich über den Pass quält. Zu ihrem Glück schien wenigstens die Sonne nicht; es war neblig. Aber pünktlich zu unserer Ankunft in Briançon ließ sie sich blicken.

Unser Campingplatz lag etwas außerhalb, sehr idyllisch an einem Bergbach, eingebettet in die umliegenden Berge. Das Zelte aufstellen klappte sehr gut und nach einer kurzen Besichtigung unserer Lagerstätte entspannten wir uns bei unserem ersten Mahl im nahegelegenen Gasthof bei Spaghetti und Rotwein.

Die Nacht war wider Erwarten ziemlich kalt. Wir befanden uns immerhin auf über 1.300 m. Diejenigen, die den falschen Schlafsack eingepackt hatten, beneideten die andern im Wohnmobil. Aber es haben alle die Nacht überlebt und voller Tatendrang starteten wir nach dem gemeinsamen Frühstück “home made“ zu unserer ersten Klettersteigtour.

Wir wollten leicht anfangen. “Le Sentier de la Combe“ hieß unser Ziel, was wir nach kurzer Anfahrt bei  Puy St. Vincent erreichten. Doch wir staunten nicht schlecht: was als leicht beschrieben war, empfing uns gleich mit ein paar Herausforderungen der besonderen Art. Es galt mehrere wacklige Seilbrücken über einen reißenden Gebirgsbach zu überwinden. Für einige von uns schon eine Mutprobe, doch wir wurden langsam immer besser und am Ende wurde der Balanceakt fast schon zur Routine. Wir wählten auch schon gleich die sportliche Variante “mäßig schwierig“ und schafften die knapp 200 Höhenmeter alle bravourös. Es war Mittagszeit und nach einem Vesper aus dem Rucksack dürstete uns nach mehr.

“Le Croix de Toulouse“- wenig schwierig - hieß unsere nächste Adresse. Wir fuhren zum Ausgangspunkt zurück nach Briançon, wo wir schon beim Aufstieg belohnt wurden durch fantastische Ausblicke auf die Stadt und die von Herrn Vauban erbaute Zitadelle – eine Riesenfestung, die zu den UNESCO Weltkulturerben zählt.

Der Klettersteig wand sich 390m fast senkrecht in die Höhe, zusammen mit dem Anstieg waren es 680 Höhenmeter. Die einzigartigen Tiefblicke waren für uns alle ein Augenschmaus und ließen uns die Anstrengung vergessen. Alle haben den Tag genossen. Das Wetter war ideal, am Anfang noch etwas bewölkt, dann immer mehr Sonne. Am Ende belohnten wir uns mit einem Riesenradler im Einkaufszentrum, wo gleich auch noch die notwendigen Einkäufe getätigt werden konnten – trotz Nationalfeiertag! Wir freuten uns auf eine wohltuende warme Dusche und beendeten den Abend “al gusto“. Die einen zogen es vor, sich auf dem Campingplatz selbst zu versorgen, die anderen ließen sich im Restaurant verwöhnen und gegen 23:00 Uhr suchten alle zufrieden ihr nächtliches Lager auf. Die Defizite der einen in puncto Wärme wurden durch zusätzliche Decken der andern ausgeglichen und so wurde die zweite Nacht für alle etwas wärmer und erholsamer, obwohl das Thermometer morgens nur 4° anzeigte.

Am zweiten Klettersteigtag stand auf dem Programm “ Via Ferrata de Tournoux“ – Beschreibung: mittelschwer. Heute kamen die ersten an ihre Grenzen oder haben beim Anblick der Steilwand am Einstieg schon beschlossen umzudrehen. Obwohl gut versichert nur 400 Höhenmeter zu bewältigen waren, benötigte es viel Mut und Kraft, die leicht überhängende steile Wand am Anfang empor zu klettern. Nach dem ersten Absatz wurde es dann zwar etwas leichter, aber am Ende wusste jeder, was er geleistet hatte.

Nach kurzer Vesperpause, inmitten einer blühenden Sommerwiese, fuhren wir weiter zu unserem zweiten Klettersteig. Die Sonne brannte gnadenlos auf unsere Häupter, als wir den Anstieg zur „Via Ferrata des Vigneaux“ hochpusteten. In der Beschreibung war dieser Klettersteig als nur wenig schwierig eingestuft, die Tour war aber nicht leichter als die am Vormittag. Nicht jeder war dieser Anstrengung in der mittäglichen Hitze gewachsen und beschloss vorzeitig zum gemütlichen Teil überzugehen. Doch gegen 17:00 Uhr waren alle wieder wohlbehalten vereint.

Den Abend verbrachten wir alle gemeinsam auf dem Campingplatz. Marco verwöhnte uns mit Gulasch und Nudeln; dazu gab es Rotwein, Käse, Oliven und Baguette, und wir fühlten uns fast wie Gott in Frankreich.

Leider ging unser Aufenthalt viel zu schnell vorbei. Es waren ja auch keine 5 Tage wie ursprünglich geplant; dafür hatten wir drei wunderschöne Tage mit viel Sonnenschein. Wir wären gerne länger geblieben. Vielleicht klappte es ja ein anderes Mal? – Ein herzliches Dankeschön an unsere Tourenführer!

Den Bericht schrieben

Claudia und Stasi

.... und hier gibt es ein paar weitere Fotos von der Tour ....