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Rigi
Erlebnisbericht

Schneeschuhtour auf die Rigi (Schweiz) am 15.02.2009

Wie geplant trafen sich insgesamt 19 Teilnehmer um 7 Uhr morgens beim PSV-Gelände, um ein Naturerlebnis der besonderen Art – eine Schneeschuhwanderung – durch die romantische Winterlandschaft der Rigi zu erleben. Wir freuten uns alle und waren bereit zu einem Erlebnis für die Sinne; zum Abschalten, Auftanken und Genießen!

Die Rigi ist ein Bergmassiv zwischen dem Vierwaldstättersee, dem Zugersee und dem Lauerzersee in der Zentralschweiz. An dieser Gebirgsformation haben im Westen der Kanton Luzern und im Osten der Kanton Schwyz Anteil. Höchster Gipfel ist mit einer Höhe von 1.797,50 m. ü. M. die Rigi-Kulm.

Geologisch gehört die Rigi nicht mehr zu den Alpen, sondern zur subalpinen Molasse und damit zum Schweizer Mittelland. Das aus verschiedenen Materialien zusammengepresste, nicht sehr feste Gestein wird auch als Nagelfluh bezeichnet.

An den West- und Nordhängen der Rigi treten oft Starkregen auf. Sie führen stellenweise zu starker Bodenerosion und an flacheren Stellen des jeweiligen Hangfußes zu Ablagerung oft mächtiger, mit Humus durchmischter Lockersedimente.

Die Rigi ist übrigens eine Abkürzung von lat. Regina montium – „Königin der Berge“, also ein Schweizer Maitli. Und diese Königin der Berge wollten wir nun bis auf den Gipfel der Rigi-Kulm erwandern.

Nach einer Anfahrtszeit mit den PKW`s von knappen 2 Stunden erreichten wir nicht ganz unser Ausgangspunkt– einen Parkplatz auf Höhe Chatxensteig (605 m. ü. M.), denn wir kamen durch den vielen Schnee mit den Autos kurz vor dem Ziel nicht mehr weiter. Unser Tourenführer Herbert Higle ließ sich davon jedoch nicht beirren und schlug vor, mit den Lawinenschaufeln einen Parkplatz auf einer nahegelegenen, zugeschneiten Fläche freizuschaufeln. Gesagt getan! Alle Teilnehmer halfen tatkräftig und unter viel Gelächter mit. Das Gute an dieser Arbeit war ja, dass uns allen gleich zu Beginn warm wurde und unser Puls in die Höhe ging. Anschließend schnürten wir unsere Schneeschuhe an, packten unsere Wanderbündel und los ging`s!

Wir durchwanderten eine traumhafte Winterlandschaft. Unser erster Stopp war eine gemütliche Hütte – die Rigi-Dächli  (947 m. ü. M.). Dort gönnen sich die meisten Teilnehmer erst einmal einen Kaffee oder Tee mit Schuss, so dass unsere Backen noch roter wurden, als sie durch den Aufstieg eh schon waren. Das Zeugs schmeckte super lecker – es war eine harte Mischung und ließ uns erahnen, dass wir die Schneeschuhtour beschwingt fortsetzen würden….Der Hüttenwirt war sehr freundlich was Hebby dazu veranlasste „vorzufühlen“, inwieweit man in dieser Hütte auch übernachten könne. Denn wer weiß – die nächste Tour kommt bestimmt und dass wird dann vielleicht auch mal eine Mehrtagestour auf die Rigi…

Bereits beim Rigi-Dächli verließen zwei Teilnehmer die Gruppe, da ihnen der Aufstieg zum Rigi-Dächli zu anstrengend und mühsam war. Sie merkten, dass sie ihrem Körper zuviel zumuteten und waren vernünftig genug, auf die Signale ihres Körpers zu hören. Hierbei muss erwähnt werden, dass es sich um zwei Berliner handelte, die erst einen Tag vor der Tour angereist waren und verständlicherweise eher das Flanieren auf dem Ku`Damm gewohnt sind, als Berge zu erobern…Unser Tourenführer Hebby gab ihnen Anweisungen, was sie in der Zeit, bis die restliche Gruppe wieder zurückkehren würde, machen könnten und machte mit ihnen aus, wo sie wieder von der Gruppe aufgabelt werden und weiter ging`s!

Der weitere Aufstieg führte uns über Resti (1.198 m. ü. M.), Oberschmändi (1.473 m. ü. M.), Kulmhütte (1.676 m. ü. M) bis zum Gipfel der Rigi Kulm (1.797 m. ü. M.). Hierbei durchwanderten wir bei schönstem Sonnenscheinwetter und blauem Himmel eine wunderbare Winterlandschaft, die wie gemalt aussah. Wir zogen auch an einer tollen Schlittenabfahrt vorüber und mussten acht geben, nicht einem waghalsigen Schlittenfahrer in die Quere zu kommen….

Eine weitere Teilnehmerin schied aus, da sie Muskelkrämpfe in den Beinen bekam. Das Gute war, dass wir die Berliner antrafen, die zwischenzeitlich den Berg mit der Zahnradbahn erklommen haben (die Rigi ist mit zwei Zahnradbahnen und einer Luftseilbahn erschlossen), so dass sich die Teilnehmerin den Berlinern anschließen konnte.

Kurz vor dem Gipfel konnten wir noch – bei herrlichster Aussicht über die umliegenden Berge und Seen – Gleitschirmflieger beim Startvorgang beobachten, was sehr interessant und auch beeindruckend war.

Am Gipfel angekommen beglückwünschten sich die Tourengänger und genossen noch einmal den traumhaften 360 Grad Rundumblick. Da es ziemlich windig und dementsprechend eiskalt auf dem Gipfel war zogen wir es vor, ein paar Meter zum Gipfelrestaurant abzusteigen, um dort eine Pause einzulegen, was nach dem anstrengenden Aufstieg sehr gut tat.

Der Abstieg führte uns über die Kulmhütte (1.676 m. ü. M.), Höreli (1.585 m. ü. M), Hohrick (1.344 m. ü. M), Resti (1.198 m. ü. M.) zurück zu unseren Fahrzeugen.

Beim Abstieg hatten wir sehr, sehr viel zu lachen und zu jauchzen, denn wie herrlich es ist, mit den Schneeschuhen durch tief verschneite Hänge zu waten und zu sliden (zu rutschen) kann nur der nachempfinden, der dies selbst einmal erlebt hat. Es ist so ein klasse Gefühl und die Belohnung, für den strapaziösen Aufstieg! Unsere Körper waren voller Glückshormone! Und wie hat Pit sinngemäß so schön gesagt?: „Man will von dieser Erde gar nicht abtreten, wenn man erleben darf, wie herrlich es hier ist!“ Dem kann ich mich nur anschließen!!!

Alle sind wir wieder wohlbehalten und durchtränkt mit Glückshormonen an unseren Fahrzeugen angekommen. Natürlich nicht, ohne zuvor unsere drei „Aussteiger“ wieder erholt und regeneriert in unsere Gruppe mit aufzunehmen und sicher nach Hause zu führen.

Es war mal wieder ein phantastisches Schneeschuherlebnis! Herzlichen Dank Hebby und Elvira!!!

Petra Kurt