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Schneeschuhwochenende – oder die zwei Gesichter von Melchsee-Frutt
Freiburg, 20. März 2010 – die warmen Temperaturen der letzten Tage, die ersten Osterglocken und das Zwitschern der Vögel am Morgen lassen
deutlich anklingen, der Frühling steht vor der Tür.
Deshalb fahren an diesem Samstagmorgen Ortrud, Bettina, Peter, Hebby und Elvira zur letzten alpinen Schneeschuhwanderung dieser Saison nach
Melchsee-Frutt, einem Sonnenplateau auf rund 2.000 m Höhe in der Zentralschweiz. Auf dem Weg dorthin immer wieder vereinzelt ein paar Regentropfen auf den Scheiben, aber auf 2.000 m Höhe wurde uns für
heute von den Wetterdiensten Sonnenschein und eine Schneehöhe von bis zu 150 cm versprochen.
Zügig bringt uns unser Chauffeur und Führer Hebby an die Talstation in Melchsee, nun schnell den Rucksack und die Ausrüstung packen und auf
geht es mit der Bergbahn auf die Frutt. Unterwegs bereits weichen Wolken den Sonnenstrahlen und oben angekommen erwartet uns vor der traumhaften Kulisse von Erzegg, Balmeregg und Bonistock. Wir
schnallen uns die Schneeschuhe an und los geht es über den See zum Bergrestaurant „Erzegg“, wo wir heute auch übernachten werden. Auf dem See das bekannte Bild von Gruppen
von „Hochseefischern“, die sich hier das Abendessen angeln. Im „Erzegg“ angekommen, deponieren wir einen
Teil unseres Gepäcks, so dass wir nach einer kleinen Stärkung unsere heutige Tour starten. Entlang des Baches führt uns Hebby zunächst Richtung Tannalp… doch was ist da los? Hebby macht einen Schritt und
verschwindet im Schnee. „Nicht nur im Eis können Löcher sein“, nein auch am Berg. Mit Schaufel und vereinten Kräften befreien wir unseren Führer aus dem Bach, in den er eingebrochen war. Schnell wird uns
klar, dass dieser Schnee heute seine Tücken hat und wir noch das eine oder andere Mal von solch einem Schneeloch überrascht werden. Die Sonne lässt den Schnee, der immer schwerer wird, funkeln und wir
gehen zunächst in Serpentinen, dann direkt nach oben Richtung Chringenpass. Hin und wieder hören wir, wie
sich der Schnee mit einem dumpfen „Blob“ unter der Sonnenbestrahlung absenkt. In einiger Entfernung vor
uns sehen wir eine 2er-Gruppe, die bereits eine Spur in den steilen Aufstieg zum Pass gelegt hat, so dass sich
dieser für uns etwas einfacher gestaltet. Nach dem letzten Steilanstieg werden wir mit einer herrlichen Aussicht belohnt: Graustock, Fikenpass, Titlis, Wendenstöcke …….ein beeindruckendes Panorama unter
bl auem Himmel und Sonne.
Ein kurzes Foto-Shooting und dann geht es entlang dem Steilhang zur Bergstation Bonistock. Wir sind nicht die
einzigen, die sich hier ein Sonnenbad gönnen. Nach einer größeren Pause machen wir uns auf den Rückweg, denn von Nordwesten her ziehen dunkle Wolken auf…. Auch meinen
wir, vereinzelt ein paar Tropfen zu spüren. Auf dem Rückweg wieder das Spiel „im Berg können Löcher sein“ .. und wir finden diese auch. Wir versuchen zwar, diese gezielt zu
umgehen, schaffen es aber nicht immer und haben somit auch auf dem Rückweg viel Spaß und Grund zum Lachen.
Wir genießen weiterhin das schöne Panorama, sehen aber auch die dunkleren Wolken, die nun doch für den nächsten Tag eine Wetteränderung ahnen lassen. Bei Temperaturen von 11 Grad plus muss befürchtet
werden, dass diese Niederschläge auch in 2.000 m Höhe als Regen fallen können. Aber geben wir nicht auf – über Nacht kann es sich ja noch ändern.
Zurück im Berghotel beziehen wir unser Zimmer und lassen den Tag beim Kartenspiel und einem reichhaltigen
Abendessen ausklingen, in der Hoffnung, dass es doch noch etwas kälter werden wird.
Am nächsten Morgen der Blick aus dem Fenster und vor die Tür lässt aber die Hoffnung schwinden. Es regnet
und die Wolken hängen über der Hochfläche. Die Situation ändert sich auch nicht nach unserem ausgiebigen
Frühstück und so beschließen wir, auf die geplante Tour Richtung Balmeregg zu verzichten und den Heimweg
anzutreten. Noch in der Gondel meint man, es könnte sich ändern, aber auch die Fahrt nach Hause zeigt,
dass das Wetter heute sehr unbeständig sein würde und die Schneeverhältnisse sich gewiss nicht gebessert haben.
So behalten wir diese Abschlusstour mit einem wunderschönen Tag mit viel Sonne und Spass in Erinnerung
und danken Hebby, unserem Führer, für eine wunderschöne Schneeschuhsaison, die hiermit ihren Abschluss im alpinen Bereich gefunden hat.
Es hat sehr viel Spass gemacht.
Elvira
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