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Gletschertour zum Mont Blanc de Cheilon (3870m) -- 02.08. – 04.08.2008
Fakten:
Start am 02.08.: 7 Uhr am PSV Heim
10 Teilnehmer wurden zum Tourstart vermerkt
Aufstieg um 12:30 Uhr in Arolla zum Cabane des Dix (2928m) über Pas des Chevre (2855m), Ankunft an der Hütte 17:30 Uhr
Tourbeginn am 03.08.: 6 Uhr, Dauer 10 1/2 h (5h hoch, 4 ½ h runter)
Abstieg von der Hütte um 8 Uhr am 04.08., Ankunft im Tal um 11:30 Uh
10 Teilnehmer wurden zum Tourende mit mäßig bis prächtiger Laune verbucht
Tag 1
Zu ungewohnter Zeit, um 7 Uhr in der Früh , wurde sich am PSV-Heim getroffen, um Richtung Schweizer Wallis aufzubrechen. Teilnehmer dieser Tour waren: 3x Peter (Burkhart, Gutgesell, Pfaff) und je einmal
Hildegard, Susanne, Eberhard (unser Guide), Hebby, Matthias, Jörg und Bodo, der 2-Wochen-Wahl-Badenser. Auf individuellen Anfahrtswegen nach dem Motto „Viele Wege führen nach
‚La Gruyere’“ wurde eben diese Raststätte angesteuert, welche ein Fixpunkt ein jeder Tour Richtung Schweiz ist.
Als die Sonne ihren höchsten Stand erreichte, erreichten auch wir mit
dem Wagen Arolla (1998m), von wo unserer Aufstieg bei sonnigem Wetter in Richtung der Hütte „Cabane des Dix“
über den Pas des Chevres (2855hm) startete. Es warteten gute 1000 hm inkl. einer 30m Leiter im Fels und die
Überquerung von Moränen auf uns. Unterwegs wurden nach 45 min die ersten Blasen am Fuß versorgt, später
mehrere Trinkpausen eingelegt, ein Meer aus Blumen, umliegende Gipfel und eine Vielzahl von tollen Steinen
bewundert, so dass wir nach 5h und gefühlten 10.000 gesichteten bunten Blumen die Hütte erreichten.
Als Belohnung wurde uns ein Nachtessen präsentiert, welches wohl kaum zu übertreffen ist. Als Aperitif gab es
gleichmal ein Näpfchen Wein, anschließend der ganz normale Wahnsinn mit Suppe, Salat, Fle ich und Reis. Zum krönenden Abschluss zunächst Birne Helene ohne Eis, aber mit Schuß und später ein Obstler für die Herren und ein Likörchen für die Damen zum
100-jährigen Jubiläum der Hütte. Leer ausgegangen sind allerdings all diejenigen, die die gierigen Patschhändchen ins Obstlerkörbchen steckten, und so den Hüttenwirt zu erzieherischen Maßnahmen zwangen!
Tag 2
Der nächste Morgen startete recht früh mit einem Probewecken, ausgelöst
durch unsere motivierten Schlafgesellen aus dem französisch sprechenden Sprachraum, welche mit uns das Lager teilten. Dreimal ließen sie ihren Handywecker mit voller Lautstärke um 4
Uhr klingeln, um sicher zugehen, damit auch wir die Funktionstüchigkeit ihres Handys richtig einschätzen konnten. An dieser Stelle noch mal – Merci beaucoup, le portable marche!
Das richtige Aufstehen erfolgte ab 4:30 Uhr (manche konnte es kaum
erwarten, aus den Federn zu springen). Ein spartanisches Frühstück wartete auf uns, ehe um 6 Uhr zum Gipfelsturm aufgebrochen wurde. Nach einer
Stunde wurde das Gletscher-Equipement angelegt und der ernste Teil der Tour begann. Nach einer weiteren halben Stunde erreichten wir den Col de
Cheilon, wo hinter der La Ruinette thronte! Den haben wir aber „links“ liegengelassen und uns auf dem Normalweg zum Vorgipfel des Mont Balnc
de Cheilon über ein wunderschönes, noch unberührtes Gletscherband gemacht. Der Anstieg dorthin war eine schweißtreibende Angelegenheit,
welche aber nach gut 4 ½ Stunden mit einer herrlichen Aussicht belohnt wurde. Den Gipfel erreichten leider nicht alle Teilnehmer nach einer weiteren
½ halben Stunde, da das letzte Stück mit Kletterei verbunden war, welche zunächst mit Steigeisen in Angriff genommen wurde und daher wohl etwas
abschreckend wirkte. Beim Abstieg weckte ein kleiner Absturz von Peter, dem Ersten, die gesamte Mannschaft wieder auf und erinnerte daran, dass
zu jedem Zeitpunkt der Tour Achtsamkeit und Reaktionsschnelligkeit gefragt sind. Gott sei Dank ging dieser kleiner Ausflug über den Grat dank des
schnelles Reagierens Peters Seilschaft glimpflich aus und alle konnten nach 10 ½ h sich zu einer wunderbaren Tour gratulieren. Beim Abstieg jedoch kämpfte dann ein jeder erst noch mit dem
immer weicher werdenen Schnee, der manche Teilnehmer ziemlich in die Knie zwang. Es ist halt immer schwierig,
dem Vordermann in der Seilschaft zu folgen, welcher geschätzte 50cm längere Beine hat und eine Schrittlänge der
Marke „Sieben Meilen Stiefel“ besitzt. Manch eine Teilnehmerin forderte ihre Seilschaft auch noch heraus, eine
Spaltenbergung einzuleiten, da eine Spaltenüberschreitung mittels Steigeisenpirouette in Kombination mit einem gekonnten Pickelschwung nur für Geübte zu empfehlen ist.
Den Abend ließ man erneut mit einem fürstlichen Diner ausklingen, nach welchen Hildegard in der Küche aushalf
und beim Abtrocknen half … da hatte wohl jemand zu lange im Hüttenknigge gelesen. Als Dank gab es ein kleines Postkärtchen … chapeau!
Tag 3
Der Tag des Abstieges wurde gemütlich um 7 Uhr eingeleitet, wobei es auch hier wieder einige ganz eilig hatten,
zum Frühstück zu kommen. Mit „Gruschteln“ hatte das nimmer viel zu tun, meine Lieben! Um 8 Uhr hieß es „Au revoir, Cabane des Dix“ und der 3-stündige Abstieg begann, allerdings zunä chst mit dem Aufstieg zum Pas des
Chevre dessen 30m langen Eisenleiter im Fels, welche bei böigen Wind alle mit Bravour meisterten. Es warteten noch knappe 2 Stunden Abstieg
durch leichtes Gelände und eine Blumenwiese auf uns, ehe wir die Autos wieder erblickten. Auf der Rückfahrt wurden noch ein paar Apriköschen
käuflich erworben, da es anscheinend keine im Badener Land gibt … nun gut. Gegen 17 Uhr erreichten auch die letzten wieder das PSV Heim und verabschiedeten sich in voller Vorfreude auf die nächste Tour!
Mit Dank an Bergführer Eberhard für diese schöne Tour, gebe ich zurück ins Sendezentrum nach Schlatt!
In diesem Sinne grüßt Susanne (Anm.: S. Stampf), welche nicht diejenige ist, die mit dem Pickel schwingt!
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