|
Die ersten Spuren im Schnee
Durch unberührten Pulverschnee stapfen und Berglandschaften hautnah erleben – mit modernen Schneeschuhen kommen Sie auf
großem Fuß in den vollen Naturgenuß
Einfach anschnallen und los geht’s. Schneeschuhwandern macht es möglich: der neue Wintersport ist ohne zeitraubende
Einführungskurse, aufwendige Technik oder jahrelanges Training vom ersten Versuch an ein Genuss. Anfängerfrust gibt es nicht. Man darf sich allerdings nicht vorstellen, dass man mit
Schneeschuhe genauso läuft wie auf Asphalt. Der Kraftaufwand in verschneitem Gelände ist wesentlich größer, weil die Schuhe trotz ihrer großen Fläche etwa 10 bis 15 Zentimeter im Schnee
einsinken. Zudem müssen die Füße mit dem ungewöhnlichen Ballast viel stärker angehoben werden, als bei einem normalen Winterspaziergang und der Gang wird – auch das ist auf die Dauer
anstrengend – breitbeiniger.
Schneeschuhgehen liegt im Trend: Viele Menschen wollen sich auch im Winter draußen bewegen, haben aber Skizirkus und
Pistenrummel satt. Sie wollen ihre Ruhe haben und gehen deshalb lieber Schneeschuhwandern.
Für die Seele ist das langsame Spurenziehen eine Wohltat. Nur das leise Knirschen des Schnees und die Atemgeräusche
unterbrechen die Stille. Mit jedem Schritt wächst der Abstand zum Alltag. Das gleichmäßige Gehen ist außerdem sehr gesund: Es trainiert Herz und Kreislauf und verbessert die Ausdauer.
Schneeschuhgehen ist auch optimal für die Fettverbrennung. Man ist stundenlang in Bewegung, ohne sich bei dem gemütlichen Dahinstapfen zu überanstrengen. Außerdem kräftigt es die
Oberschenkel-, Hüft- und Wadenmuskulatur.
Auf großem Fuß lassen sich unberührte Berglandschaften entdecken. Selbst meterhoher Tiefschnee ist auf Yetis Spuren kein
unüberwindliches Hindernis. Ein Bergsteiger ohne zusätzliche Ausrüstung könnte bei diesen Bedingungen bis zum Kopf im Schnee versinken. Damit das nicht passiert, haben Schneeschuhe eine
etwa sechsmal höhere Auflagefläche als ein normaler Schuh. Ursprünglich verwendeten Trapper und Jäger bei der Jagd aus Holz und Tiersehnen gefertigte Schneeschuhe. Noch heute gibt es
originalgetreue Modelle mit einem hinten zusammengebundenen Holzrahmen, der mit Leder oder komprimiertem Neopren bespannt ist.
Die so genannten Originals kommen überwiegend auf Talwanderungen, in leicht hügeligem Gelände und bei Tief- oder Neuschnee
zum Einsatz.
Die heute im Fachhandel erhältlichen Schneeschuhe sind anspruchsvolle High-Tech-Sportgeräte aus modernen Materialien.
Classics ähneln von der Form her den ursprünglichen Schneeschuhen und bestehen aus einem Alurahmen mit Gummi- oder Kunststoffabdeckung. Moderns sind aus flexiblem Kunststoff und besitzen
eine kleinere Auflagefläche, die ein nahezu natürliches Gehen erlaubt. Die beiden letztgenannten Typen eignen sich auch für steileres Gelände – wobei die Moderns besonders im alpinen
Bereich eingesetzt werden. Sie haben neben Harsch-Eisen oft seitliche Steigzacken, die ein Abrutschen auf festgepresstem Schnee oder vereisten Passagen verhindern.
Das passende Modell
Welcher Schneeschuh für Sie geeignet ist, richtet sich aber nicht nur nach dem Einsatzzweck, sondern auch nach dem
Körpergewicht: Wer hundert Kilo auf die Waage bringt, braucht ein größeres – und damit meist auch schwereres - Modell als ein Leichtgewicht mit 50 oder 60 Kilogramm. Die
Schrittlänge, die unter anderem von der Körpergröße abhängt, ist ebenfalls ein wichtiger Faktor beim Kauf. „Beim einspurigen Traversieren zum Queren von steileren Hängen wird ein
Schneeschuh vor den anderen gesetzt. Sind die Schuhezu lang, klappt das nicht mehr. Deshalb ist es erforderlich, dass sie sich beim Kauf in einem Sportgeschäft beraten lassen, welches
Modell für Sie geeignet ist.
Schneeschuhe wiegen ungefähr zwei Kilogramm (pro Paar) und sind ab etwa 200 Euro erhältlich. Etwas günstiger wird der Kauf
über die Wanderabteilung des PSV Freiburg. Bei Interesse wenden Sie sich an den Abteilungsleiter.
Auch bei den Bindungssystemen gibt es eine große Auswahl. Eine flexible Bindung ist unverzichtbar in steilem Gelände. Sie
klappt nach oben weg und lässt den Fußgelenken genügend Freiraum, so dass sie sich auch beim Anstieg noch in einer natürlichen Position befinden. Beim Ausleihen oder beim Kauf von
Schneeschuhen sollten Sie besonders auf eine optimal passende Bindung achten, denn sitzen die Riemen zu fest und der Schuh drückt längere Zeit, behindert das den Blutfluss im Bein stark.
Das kann bei großer Kälte Erfrierungen begünstigen.
Anfangs nur mit Guide
So verschieden die Schneeschuhe, so breit ist auch das Spektrum ihrer Einsatzmöglichkeiten. Vom lockeren Spaziergang auf
markierten Wegen durch verschneite Wälder bis zur Mehrtagestour in vergletscherten Hochgebirge ist mit der passenden Ausrüstung alles möglich. Anfänger sollten sich zum Einstieg in jedem
Fall eine kürzere, markierte Tour in flachem Gelände oder mit geringen Höhenunterschieden aussuchen. Chronisch Kranke sprechen am besten vorher mit ihrem Hausarzt, ob Schneeschuhwandern
für sie geeignet ist.
Wer höher hinaus will und sich abseits angelegter Pfade in tieferem Schnee bewegen will, sollte eine geführte Tour machen,
wie sie von der Wanderabteilung des PSV oder auch vom Deutschen Alpenverein angeboten werden. Denn für Touren in größere Höhen braucht es nicht nur Bergerfahrung, sondern auch Kenntnisse
in der Lawinenkunde. Wer im Hochgebirge unterwegs ist, muss mit Verschüttenensuchgerät, Lawinensonde, Leichtschaufel und Rettungsdecke ausgerüstet sein – und damit auch umgehen können.
Vor dem Start den aktuellen Wetter- und Lawinenbericht in Erfahrung bringen und bei ungünstigen Bedingungen die Tour verschieben! Für Notfälle sollten Schneeschuhwanderer ein
Erste-Hilfe-Set und ein Handy mitnehmen.
Tipps für die Tour
Das Schneeschuhwandern ist schweißtreibend und kräftezehrend. Damit Ihnen beim rhythmischen Stapfen nicht die Puste
ausgeht, sollten Sie schon lange vor der ersten Tour etwas für ihre Kondition tun. Ideal geeignet sind Bergwandern und Joggen. Nicht vergessen: Anders als beim Skitourengehen müssen
Schneeschuhwanderer auch den Weg vom Gipfel ins Tal zu Fuß zurücklegen. Der Rückweg ist oft ebenso anstrengend wie das Bergaufgehen. Denn einen Hang kräfte- und zeitsparend
hinabzurutschen geht nur bei stärkerer Hangneigung. Dann aber ist auch die Lawinengefahr am größten, so dass der Wanderer zwischen Nutzen und Risiko abwägen muss.
Damit sich die Schneeschuhwanderer nicht in die Quere kommen, ist es ratsam, in einer Gruppe hintereinander zu gehen. Ist
keine Spur vorhanden, zieht sie der Erste. Das ist besonders anstrengend. Am besten wechseln sich die Teilnehmer der Gruppe dabei ab, damit sich nicht ein Einzelner verausgaben muss.
Aufstiegsspuren von Skitourengehern sollten Sie aus Rücksichtnahme nur in Ausnahmefällen benutzen, weil sie durch die Schneeschuhe zerstört werden.
Ein weiterer und wichtiger Hinweis: Respektieren Sie die Natur! Schneeschuhwanderer sollten Rücksicht auf Wildtiere nehmen
und sie nicht aufscheuchen. Die Tiere haben im Winter nur wenig Energiereserven und die sind schnell verbraucht, wenn sie häufiger flüchten müssen. Konkret heißt das zum Beispiel: Lärm
vermeiden, Futterstellen umgehen, nicht durch Aufforstungen und Jungwald wandern.
Mehr Infos zum Schneeschuhwandern im Internet:
Informationen zur aktuellen Lawinensituation unter
www.lawinen.org oder
www.lawinenwarndienst.bayern.de
Interessante Tipps zu Ausrüstung und Tourenplanung
www.schneeschuhe.de oder
www.globalnet.ch
Unter
www.alpenverein.de kann ein Merkblatt „Schneeschuh“ heruntergeladen werden.
|