Hinweise zum Toprope-Klettern vom Bundeslehrteam Sportklettern des DAV

Ein 17-jähriger durchstieg toprope eine Route am Wiesfels (Schwäbische Alb). Das Seil ist an der Umlenkung in einen IQ-Haken von Stubai eingehängt. Der Kletterer stieg ein Stück über die Umlenkung hinaus, wollte sich wieder ins Seil setzen und stürzte tödlich bis zum Boden ab. Der Haken war unsbeschädigt. Es wird vermutet, dass sich der Kletterer auf der falschen Seite des Hakens wieder ins Seil setzen wollte und sich das Seil so selbst aus der Umlenkung ausgehängt hat.

Wir das Seil in die obere Öse eingeklinkt (was am einfachsten und bequemsten ist), kann es sich nach Beobachtungen des Bundeslehrteams aus zwei Arten selbständig aushängen:

1. Man schlenkert aus irgendeinem Grund (verhängtes oder ungünstig laufendes Seil) am Ende des Seils, wobei sich der Seilstrang über und Haken legt und ausklinkt.

2. Man klettert toprope mit dem Anseilpunkt an der Umlenkung vorbei und setzt sich auf der anderen Seite des Hakens ins Seil. Das Seil läuft über den Schnapper der oberen Öse und klinkt sich selbst aus (wahrscheinlicher Unfallhergang am Wiesfels).

Da eingeklebte Haken oft zum Toprope-Klettern verwendet werden, stellt dieser Haken nach Meinung des Lehrteams ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar, vor allem wenn die obere Öse zur Umlenkung benützt wird. Sicher handelt es sich beim alleinigen Einklinken in die obere Öse um einen Bedienungsfehler; nur ist die Konstruktion des Hakens so, dass so gut wie jeder das Seil in die obere Öse klinkt, um sich dadurch lästiges und zeitraubendes Fädeln zu ersparen.

Das Bundeslehrteam Sportklettern des DAV empfiehl, diesen Haken nicht anzubringen und bereits gesetzte Haken wieder zu entfernen. Um ähnlich Unfälle auch mit anderen Umlenksystemen zu vermeiden,

- sollte man nicht über den Umlenkpunkt hinausklettern,

- beim Topropen nach Möglichkeit einen zweiten Fixpunkt benutzen

- wenn nur ein Fixpunkt benutzt werden kann, sollte das Seil immer in einen gesicherten Verschlusskarabiner (Schrauber ...) oder zur Not in zwei gegenläufig eingehängte Expressschlingen eingehängt werden.

(aus “Bergsteiger 02/2001”)

 

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