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Rückblick 2009
Fortsetzung Stubaier Höhenweg

Die Begehung des Stubaier Höhenwegs – zweiter Teil (15.-19.08.2009)

1. Tag (15.08.2009)

Um 5.00 Uhr morgens trafen sich vier motivierte, aber wenig ausgeschlafene Teilnehmer am PSV-Heim, um den zweiten Teil des Stubaier Höhenwegs zu erwandern. Bodo und Matthias erwanderten schon letztes Jahr den ersten Teil, Francesa und Ursel kamen nun bei der Fortsetzung hinzu. Wer allerdings nicht erschien, war der Touren-Führer, Eberhard. Dieser hatte aufgrund einer Panne seines Weckers verschlafen. Nachdem er, geweckt durch einen Anruf eines der müden Wartenden, in Rekordzeit doch noch am Treffpunkt erschien, ging die Fahrt um 5.45 Uhr zum Wanderausgangspunkt Neustift im Stubaital los.

Auf dem Weg dorthin gab es ein üppiges Frühstücksbuffet in Landeck-West im „üblichen“ Hotel und um 11.45 Uhr erreichten wir unser Fahrtziel.

Von dort machten wir uns um 12.30 Uhr auf, die 1255 Höhenmeter zur Starkenburger Hütte (2235 m ü. NN) zu erklimmen. Es war enorm heiß und die Sonne brannte geradezu vom Himmel, so dass wir nach 3 Std. Gehzeit vollkommen durchgeschwitzt am ersten Etappenziel ankamen. Es ist tatsächlich möglich, einen Rucksack durchzuschwitzen, so dass die Sachen darin nass sind!

Von der Hütte aus hatte man einen atemberaubenden Rundblick, und wir konnten, abgesehen von dem Zuckerhütl und dem Wilden Pfaff, auch schon unser Etappenziel des nächsten Tages erspähen. Dieses wunderbare Panorama genießend stärkten wir uns bei Schiwasser, gespritztem Holundersaft und Apfelstrudel mit Vanillesoße.

Das Abendessen haben wir dann im gemütlichen, alten Gastraum eingenommen, und während bald vier Wanderer schwächelten, fuhr Eberhard zur Höchstform auf. Kein Wunder, er konnte ja „ausschlafen“. So suchten wir uns ein kuscheliges, enges Plätzchen im Schlafraum und ließen uns vom rundherum erklingenden Schnarchen in den Schlaf lullen, oder so ähnlich.

2. Tag (16.08.2009)

Nachdem wir ausschlafen durften, gab es um 8.00 Uhr Frühstück, das von mehreren Pfützen auf dem Frühstückstisch durch überlaufende Wasserflaschen geprägt war und von großem Kaffeedurst, der leider nicht besonders schnell gestillt wurde und daher zu Stimmungseintrübungen führte. Um 9.00 Uhr erfolgte gut gelaunt der Aufbruch.

Es ging bei gutem Wetter über den großen Burgstall (2601 m) und den Gamskogel (2640 m) auf einem sehr schönen Weg zur Franz-Senn-Hütte. Besonders reizvoll machte den Weg, dass wir immer wieder kleinere und größere Wasserrinnen überquerten und wir die ganze Zeit das eindrucksvolle Panorama des Stubaier Hauptkammes vor Augen hatten. Zwischendurch wurde sogar eine Kreuzotter gesichtet. In Erwartung einer Alm auf dem Weg, freuten sich alle auf einen Kaiserschmarren, und jedes Dach, jede erblickte Hütte schien diese Alm zu sein. Diese lagen jedoch nie an unserem Weg. Letzten Endes kamen wir an eine Jausenstation, an der es noch nicht einmal Wasser zum Nachfüllen der Flaschen gab, nur einen Brunnen ein paar Hundert Meter weiter. Außerdem war es für einen Kaiserschmarren schon zu spät.

Nach 7 Stunden Gehzeit, 996 m Auf- und 1072 m Abstieg erreichten wir dann unser zweites Etappenziel: die Franz-Senn-Hütte (2147 m ü NN). Wir bekamen Box Nr. 5 zugeteilt, und nachdem wir zunächst befürchteten, sie in einem Stall suchen zu müssen, fanden wir sie schließlich, wie üblich, unter dem Dach.

3. Tag (17.08.2009)

Um 8.15 Uhr brachen wir am nächsten Morgen auf. Nach der Besteigung des Basslerjochs (2830 m), die für einige von uns einen kleinen Gehen-mit-Stöcken-Lehrgang beinhaltete,  machten wir auf dem kurz darunterliegenden, zugigen Sattel (Schrimmennieder) Mittagsrast bei schöner Aussicht. Schon um 14.15 Uhr erreichten wir nach 5 Std. Gehzeit, 821 m An- und 649 m Abstieg die schöne, schnuckelige und gemütliche Neue Regensburger Hütte (2286 m ü. NN). Dort bezogen wir ein schönes 5er-Zimmer, in welchem jedoch die Schlaflagerausmaße einer Sardinenbüchse alle Ehre machten.

Nun konnten einige endlich den heißersehnten Kaiserschmarren essen. Der Topfenstrudel war auch nicht schlecht.

Das Abendessen war nicht ganz stilecht für eine Alpenhütte: nach einem Sekt zum Aperitif gab es Knoblauchcremesuppe, Spareribs und zum Dessert Coup Dänemark. Aber lecker war’s.

Nachts hat es dann das erste mal geregnet, was an sich ja zu der Tageszeit nicht tragisch war. Leider war das Fenster direkt neben dem Kopfende des Lagers, so das wir die Wahl hatten zwischen Dusche für zwei bei geöffnetem Fenster oder Sauna für alle. Die Wahl fiel auf letztere Alternative. So köchelten wir leise im eigenen Saft dem nächsten Morgen entgegen.

4. Tag (18.08.2009)

An diesem Tag war frühes Aufstehen um 5.15 Uhr angesagt, da diese Etappe uns von der Neuen Regensburger Hütte über die Dresdner Hütte (2302 m) zur Sulzenauhütte (2191 m) führen sollte.

Um 6.45 Uhr ging es dann los, zunächst durch eine malerische Hochmoorlandschaft. Anschließend folgte der steile Aufstieg zum Grawagrubennieder (2880 m). Da die Markierungen hier schwer zu erkennen und uneindeutig waren, hatten wir noch ein steiles Schneefeld zu überqueren, bevor wir mit Hilfe von Seilsicherungen hinaufkraxelten.

Nun ging es bequemer immer am Hang entlang einen sehr schönen Weg mit Blick auf die Stubaier Gletscherberge weiter, schließlich noch über einen Sattel (2506 m) und hinunter zur Dresdner Hütte. Auf der Terrasse gab es zur Stärkung einen großen Kaiserschmarren, bevor es dann weiter zum Peiljoch (2676 m) ging. Dort geht man durch ein Meer von großen und kleinen Steinmännchen. Beeindruckend und wunderschön. Beim Abstieg auf der Seitenmoräne hatten wir einen tollen Blick auf den Sulzenauferner, das Zuckerhütl und den Wilden Pfaff. Nach 8 ¾ Stunden Gehzeit kamen wir dann um 17.15 Uhr an der Sulzenauhütte an. Dieses Mal bei besserem Wetter als letztes Jahr (siehe Bericht zum Stubaier Höhenweg von 2008). Wir waren nach dem üppigen Zwischenmahl auf der Dresdner Hütte noch gar nicht richtig hungrig beim Abendessen. Und dann gab es auch noch Kaiserschmarren zum Nachtisch. Die Bedienung wusste nicht, warum wir so lachen mussten.

Da die Hütte ziemlich voll war, wurden wir im Seminarraum untergebracht. Und weil wir als größere Gruppe angemeldet waren, hatten wir in dieser Nacht Platz ohne Ende!

5. Tag (19.08.2009)

Da wir an diesem Tag nur noch 588 m zur Bushaltestelle ins Mutterbergtal absteigen mussten, haben wir zunächst ausgeschlafen und gemütlich gefrühstückt.

Nun ging es an einem eindrucksvollen Wasserfall vorbei, der ausgiebig fotografiert wurde, anschließend an der Sulzenaualm, die von vielfältigen schönen Schnitzereien geziert wurde, und dann durch Wald vorbei an tausenden Tagestouristen (so kam es uns zumindest vor), die zur Alm pilgerten und in allen Sprachen grüßten. Nach gerade mal 1 ½ Stunden erreichten wir die Haltestelle, von der aus wir gegen 12.00 Uhr den Bus Richtung Neustift nahmen.

Auf der Heimfahrt machten wir noch in Stuben am Arlberg halt, um uns zu stärken, und nach staureicher Weiterfahrt, kamen wir schließlich in Freiburg an.

Resümierend ist zu schreiben, dass es eine wunderschöne Wanderung bei traumhaftem Wetter war. Vielen Dank an unseren Tourenführer Eberhard.

Ursel Indlekofer