Übungstage auf der Turtmannhütte

Gletscherkurs 2008

Abfahrt morgens um 5 Uhr am PSV nicht alle Augen, die im Auto saßen waren schon wirklichoffen, mind. zwei vielen nach der Abfahrt immer wieder in den Schlaf. Unsere Gruppe hatte schon vor der Abfahrt einen harten Verlust zu verschmerzen, von ursprünglich 7 TeilnehmerInnen sind wir am Abend zuvor auf zwei zusammen geschrumpft. Doch Eberhard ließ sich nicht beirren – wir starteten trotzdem.

Wegen schlechtem Wetter in Österreich fuhren wir ins Schweizer Wallis - ins Turtmanntal. Dort erwartete uns beim Aufstieg auf die 2520m hoch gelegene Turtmannhütte etwas Nieselregen, aber wir kamen gemächlichen Schrittes trocken oben an.

Leider hat es sich dann immer weiter zugezogen und wir haben den Nachmittag mit Theorie auf der gemütlichen Hütte verbracht. Später saßen wir mit einer Gruppe sonnenverbrannter Niederländern am Tisch wo Bettina und ich die Namen A-Tina und B-Tina bekamen, wir uns an leckerem Essen erfreuten (auch das vegetarische!) und wir einen netten Abend hatten.

Am nächsten Tag war der Brunegghorngletscher unser Ziel. Auf 3550m übten wir den Ernstfall. Die Steigeisen wurden angeschnallt, in die Gurte wurde rein geschlüpft und so marschierten wir im Seil eingebunden ein Stück aufwärts, wo wir dann gehen mit den Steigeisen und Umgang mit dem Pickel, bremsen im Firn, und das Bauen von einer T-Anker-Sicherung übten. Etwas müde vom ungewohnten Gehen, Rutschen, Bremsen und Graben, ging es dann noch an das Setzen von Eisschrauben und die Gletscherspaltenbergung.

Am nächsten Tag ging es im zarten Morgengrauen, einer friedlichen Stille und klarer Luft los. Unser Ziel: das Brunegghorn. Die Sonne hat die Gipfel um uns herum in ein wundervolles Morgenrot getaucht. Auf dem Gletscher war noch alles gefroren und es war gut zu gehen. Je höher wir kamen, desto kälter und stärker wurde der Wind. Die Sonne und ein strahlend blauer Himmel begleitetete uns . Um uns herum Eis und Schnee, eine unbeschreiblich wundervolle Luft und immer weitere Ausblicke über die Berge. Der erste Teil von den 1300hm, die wir über die Südwestflanke zu überwinden hatten, war recht einfach zu gehen. Im zweiten Teil wurde es sehr steil, die geübten

Techniken mit den Steigeisen und dem Pickel kamen zum Einsatz. Langsam und stetig arbeiteten wir uns immer weiter hoch, sprangen über kleine Gletscherspalten und wurden mit immer weiterem Blick belohnt. In den letzten etwa 300 hm hatten wir mit dem inzwischen eiskalten und sehr starkem Wind immer mehr zu kämpfen.

Auf dem kleinen Gipfel angekommen standen wir mit einer weiteren Gruppe gedrängt am Gipfelkreuz gesichert und hatten einen fantastischen Ausblick - einen Panoramablick auf alle 4000er der Walliser Alpen, wir selbst befanden uns inzwischen auf 3833m! Es war wahnsinnig beeindruckend - und leider auch wahnsinnig kalt. Das verkürzte unseren Aufenthalt auf dem schwer erarbeiteten Gipfel sehr. Nass geschwitzt machten wir uns schon bald wieder an den Abstieg um in einer Senke eine Pause einzulegen. Dort beobachtete ich in Ruhe den Schnee, wie er sanft tanzend über die Schneedecke wirbelte - so schön!

Mittags um 14:30 Uhr waren wir zurück an der Hütte. Insgesamt waren wir ohne Pausen 7 ½ Stunden unterwegs. Unser Kursleiter war mit uns zufrieden und wir mussten niemanden in der Gletscherspalte zurücklassen.

Eine gelungene Tour mit vielen wunderbaren Eindrücken – unser erster Gletscher - einfach was besonderes! Glücklich und zufrieden sind wir früh in unsere Betten geplumst und am nächsten Tag ging es schon wieder nach Hause.

Übrigens, wer sich das Brunegghorn nicht merken kann - das ist ganz einfach: Der Bruno ging umdie Ecke und stößt sich so den Kopf, dass er ein Horn bekommt. Ist doch klar, oder?

Autorin: Tina Look

 

 

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Rückblick 2008