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Rückblick 2008
1. Abschnitt auf dem Westweg

Westweg Pforzheim-Basel 22.-25.5.2008

Der “Westweg” zählt zu den Klassikern der Fernwanderwege. Er ist der älteste Fernwanderweg des Schwarzwaldvereins und besteht seit 100 Jahren. So wollten auch 11 Wanderfreunde einmal diesen Weg in Angriff nehmen und trafen sich am Donnerstag um 10.45 Uhr am Hauptbahnhof in Freiburg. Es waren dies: Uschy, unsere Tourenführerin, und weiter Agnes, Angelika, Christa, Gertrud, Hannelore, Heike, Peter, Siegfried, sowie unsere Gäste Annegret und Georg.

1 .Tag

Am frühen Nachmittag erreichten wir Pforzheim, die “Goldstadt” und wanderten vom Hauptbahnhof durch die Innenstadt, über den Marktplatz und die Goldschmiedemeile entlang zum Schmuckmuseum im Reuchlinhaus.

Nachdem wir schon vom Kaffee und Kuchen im Cafè angenehm überrascht waren, waren wir von den ausgestellten Exponaten im Museum begeistert.

Von der Antike bis zur Neuzeit ist hier eine einzigartige Sammlung zusammengetragen worden, die besonders auf die Damenwelt eine große Faszination ausübt. Noch lange hätten wir hier schauen und staunen können, doch wir mußten uns auf den Weg machen zu unserem ersten Etappenziel. Durch den Stadtgarten wandern wir zum Kupferhammer am Zusammenfluß von Nagold und Würm, dem Ausgangspunkt des West-, Mittel- und Ostweges. Wir steigen bergan und erreichen die Siedlung Sonnenberg. Im Gasthaus “Sonnenberg” empfängt uns ein freundlich-quirliger Wirt. Wir haben noch ein wenig Zeit zum Ausruhen, bevor er uns gutes Essen und Trinken - ein Trollinger darf es an diesem Abend auch schon mal sein! - serviert. Nach munterem Geplauder verziehen wir uns bald in unsere Zimmer, müde von der 7-km-Etappe durch Pforzheim! und in Anbetracht einer weiten Etappe am nächsten Tag.

Peter Burkart

2. Tag

Nach unserer ersten Übernachtung im Gasthof Sonnenberg gab es ein reichliches Frühstück, gewürzt von den Erzählungen des Wirts, der uns –auch hinsichtlich der Wanderroute – “einen Bären aufbinden” wollte. Unsere Route führte uns die Enz flussaufwärts nach Neuenbürg. Im Neuen Schloss  oberhalb der Stadt kann man eine Erlebnisinszenierung der Sage „Das kalte Herz“ nach Wilhelm Hauff erleben, aber leider erst nach 13 Uhr. Da wir schon um 11 Uhr ankamen, wollten wir nicht so lange warten. Nach einer kurzen Pause im schönen Schlossgarten ging es weiter in die Altstadt hinunter, über die Enz und dann steil bergauf in die Tannenwälder des Nordschwarzwaldes. Nach einer weiteren Pause an der Schwanner Warte mit Kaffee und Kuchen ging’s vorbei an den Volzemer Steiner Richtung Dobel. Dort trafen wir an unserem nächsten Gast- und Rasthaus „Linde“ nach insgesamt sechseinhalb Stunden Wanderzeit (23 km) ein.

Annegret und Georg Gehring

3. Tag

Von Dobel nach Forbach (Länge 26 km, 300 Höhenmeter, Gehzeit: ca. 7 Std)

Wieder gab es ein sehr gutes Frühstück. Um 8.30 Uhr begann die Wanderung bei sehr gutem Wetter auf bequemen Forst-, Wald- und Wiesenwegen.

Die gesamte Wegstrecke ist sehr imposant. Es gibt prächtige Aussichten ins Murgtal. Die Nadelwälder wirken fast skandinavisch. Verstärkt wird dieser Eindruck durch eine Hochmoorlandschaft vor Kaltenbronn. In Gehrsbach-Kaltenbrunn hatten wir im Gasthaus „Sarbacher“ eine Ruhepause.

Weiter ging die Wanderung zum Kaiser-Wilhelm-Turm auf dem 988 Meter hohen Hohloh. Von hier nach Forbach war der lange und steile Abstieg ins Murgtal zu bewältigen. Das Wetter hatte sich verschlechtert und es regnete kräftig.

Wir erreichten das Gasthaus „Waldhorn“ in Gensbach (ein Ortsteil von Forbach) und nahmen dort Quartier.

Siegfried Pertiller

4. Tag

Durch den Regen in der Nacht drohten beim Aufwachen trübe Aussichten für den 3. Wandertag. Aber schon bei einem echten Sonntagsfrühstück erhellte die Sonne unsere Gemüter. Zum Abmarsch waren alle bemerkenswert pünktlich. Die erste Etappe in Richtung Badener Höhe (700 Höhenmeter) über Asphalt ist gut ausgeschildert, diesseits der Murg Richtung Forbach. Das Flüsschen wurde früher von Flößern und Schiffern mit Standort Forbach genutzt. Unser Weg führt über die überdachte Holzbrück, eine der größten ihrer Art, die nach altem Vorbild 1778 erbaut wurde. Für uns diente sie auch noch als schöne Kulisse zu einem gemeinsamen Foto. Der weitere Aufstieg durch die Straßen von Forbach war steil und sonnig bis zum Waldrand, wo an einem Aussichtsbänkchen neben der Kapelle die erste Blasen-Prophylaxe vorgenommen werden musste. Der weitere Aufstieg über Waldboden ist angenehmer, bietet immer wieder schöne Ausblicke und Abwechslung durch kleine Hütten, Forstwege und Trampelpfade. Nur wenige Leute sind außer uns unterwegs. Angenehm beim Steigen war auch der Schatten der Bäume, denn inzwischen meinte es die Sonne recht gut mit uns. Am „Wegscheid“ läuft man dann leicht abwärts zur Schwarzenbach-Talsperre/Seebach, um dann gleich wieder anzusteigen zum idyllisch gelegenen Herrenwieser See (840 m), ein Karsee im Hochmoor.

Der weitere Aufsteig führt auf den Seekopf (1.001 m) und über einen felsigen Serpentinenpfad zum Gedenkstein des Schöpfers dieses Westwegs, Philipp Bussemer. Jetzt war eine ausgiebige Trinkpause fällig. Wir lagen gut in der Zeit, denn bis zur Badener Höhe, an der wir Vespern wollten, war es nicht mehr weit und auch kaum noch Anstieg zu bewältigen. Inzwischen hatten die Wolken die Sonne etwas verdrängt und kühler Wind kam auf. So verkürzten wir die Mittagsrast, um mehr Spielraum zu haben bis zum Bus-Transfer.

Der gemütliche Weg abwärts zum „Sand“ entspannte ein bisschen. Beim PSV-Heim der Sektion Karlsruhe konnten wir noch Getränke nachladen und waren nun gut gerüstet für die letzte Aufstiegsetappe, nach dem Hundseck hinauf zum Hochkopf (1.036 m).

Von dieser Hochmoorfläche haus hatten wir wieder einen schönen Rundblick und schauten auch zurück zur Badener Höhe. Am höchsten Punkt unserer 4-Tages-Tour war noch einmal ein kräftiger Schluck „aus der Pulle“ fällig, ehe es auf schmalen Wegen bergab ging ins Touristenzentrum „Unterstmatt“.

Uschi war sehr gut ausgerüstet mit Fahrplänen, sodass die Rückfahrt mit Bus und Bahn nach Freiburg gut klappte und der „tränenreiche Abschied“ auf dem Bahnsteig den Schlusspunkt setzte. Von uns allen ein ganz herzliches Dankeschön an Uschi für die erlebnisreiche Tour (Westweg 1. Teil, 3 Etappen von insgesamt 17 möglichen).

Heike Vorwerck