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Wanderung auf dem Westweg Pforzheim-Basel Teil 2 vom 8. bis 14.6.2009
Nachdem im Jahr 2008 der erste Teil des Westweges Pforzheim-Basel von Pforzheim bis Unterstmatt erwandert wurde, fand nun in
diesem Jahr die Fortsetzung von Unterstmatt bis Titisee statt.
1.Tag: Zu diesem Zweck trafen sich am 8.6.2009 unter Führung unserer Tourenführerin Uschi die insgesamt 7 Teilnehmer
Hannelore, Heike, Ortrud, Rosi, Angelika und Peter um die Mittagszeit zur Fahrt mit der Bahn über Offenburg nach Baden-Baden. Bis zur Weiterfahrt mit dem Bus nach Unterstmatt blieb noch genügend Zeit für
einen Kaffee. Das Hochkopfstüble hatte heute zwar Ruhetag, trotzdem wurden wir von Frau Schnurr freundlich empfangen. Vor dem Abendessen war noch ein kleine r Spaziergang auf den Hochkopf und das Hochmoor angesagt. Hierbei deutete sich der einsetzende Wetterwechsel bereits an, der uns
die gute Laune nicht verderben konnte; unter einem Regenschirm nahmen wir den Aperitif in Form von Heidelbeer- oder Kirschwein ein und dann etwas beschwingt das Abendessen.
2.Tag: Wie abends bereits angekündigt, hatte es die ganze Nacht über geregnet und auch während des
Frühstücks regnete es noch kräftig. Zu unserem Start um 8.30 Uhr hatte es jedoch bereits aufgehört, so dass wir unsere erste Etappe ohne Regenbekleidung beginnen
konnten – und was noch viel wichtiger war – ohne großes Gepäck. Während wir im letzten Jahr einen schweren Rucksack mitgeschleppt hatten, gönnten wir uns nun den
Transport des Gepäcks und liefen nur mit einem Tagesrucksack ganz entspannt.
Hinauf ging’s auf die Hornisgrinde, die noch heute geprägt ist von der früheren militärischen Nutzung mit ihren
Sendemasten und Türmen, und heute auch Windrädern. Der Hornisgrindeturm, der bis 1999 durch das französische
Militär genutzt wurde, ist zwischenzeitlich renoviert und für die Allgemeinheit geöffnet. Weiter wandern wir über die
Grinden (vom Schwäbischen für Grind = Glatzkopf), also freie Hochflächen, bestehend aus Moor, Heide und Binsengras
– eine wunderschöne ruhige Landschaft mit weiten Ausblicken in die Umgebung. Heute wird mit gezielten Ausrodungen
und der Wiederbelebung der Viehwirtschaft diese erhaltenswerte Natur gepflegt. Am Mummelsee erwarteten wir viele
Touristen, doch weit gefehlt. Durch den Wiederaufbau des Hotels und Gasthauses war es vergleichsweise ruhig. Umso
schöner war die Besichtigung der Kapelle mit den Glasfenstern des Karlsruher Künstlers Wachter und der die Kapelle umgebenden Kunstwerke.
Weiter führte der Weg über das Seibelseckle zur Darmstätter Hütte, die leider Ruhetag hatte, so dass wir das
Rucksackvesper genossen. Weiter über den Ruhestein wanderten wir zum Schliffkopf (1055m). Überall waren
eindrucksvoll die kahlen Flächen zu sehen, die der Orkan Lothar am 26.12.1999 geschaffen hatte, und auch die
fortgeschrittene Erholung der Natur. Über die Röschenschanze erreichten wir nach anstrengenden 28 km die
Alexanderschanze, wo wir freundlicherweise von Herrn Schmelzle, dem lustigen Wirt von Hotel Schwarzwald-Kniebis,
abgeholt wurden. Nach einem guten Abendessen ließ die Nachtruhe in den netten Zimmern nichts zu wünschen übrig.
Peter Burkart
3. Tag:
Der Blick aus dem Fenster ist hoffnungsvoll: Wolken, Wind, etwas Sonne, trocken und sehr frisch. Eigentlich ideal zum Wandern. Die Wirtleute verwöhnten uns mit einem
reichhaltigen Frühstück. Herr Schmelzle (Wirt und Koch) fuhr uns um 8:50 Uhr wieder zur Alexanderschanze hinauf und noch etwas weiter, weil er da besser halten konnte, am Einstieg zum
„Neuen Höhenweg“ an der B 28. Als wir uns über die kalte Luft beklagten, ihn aber im Kurzarmhemd sahen, meinte er, es sei doch Sommer!?, denn „auf dem Kniebis beginnt der Sommer,
wenn man am Wintermantel den ersten Knopf öffnen kann“.
So beginnen wir gut gelaunt mit noch leicht angemüdeten Knochen von gestern die neue Etappe: Kaltenhaupt, Hildahütte,
Lettstädter Höhe Seeebene über dem Glaswaldsee, Freiersbergsattel, Littweger Höhe zum Hark. Heute sind es nur – oder Gott sei Dank – 16,5 km.
Die Forststraße „Neuer Höhenweg“ führt zum ersten Höhepunkt Glaswaldsee mit 7,5 km Strecke, Tendenz abwärts, von
970 m auf 937 m beim Seeblick. Dazwischen liegen 3 km Weg zur Hildahütte mit schönen Ausblicken ins Renchtal.
Bis zur Lettstädter Höhe können wir einen schönen, weichen Waldpfad benutzen. Hier wäre ein Abstecher zur
Teufelskanzel möglich, den wir auch angehen bis zum Beginn des alpinen Pfades: ein Rundweg von 800 m mit steilem
Abstieg. Drei Mutige gehen voran, geben aber bald auf und kommen den anderen, die zurückgegangen sind, nach.
An der Hütte machten wir ausgiebige Trink- und Sanitärpause. Noch 1,5 km bis zum ersten Blick auf das „Moorauge
Glaswaldsee“. Zitat: „Der Glaswaldsee ist eines der blauen Augen des Nordschwarzwaldes, ein typischer Karsee. Das Seebecken wurde durch den Wolfach-Gletscher aus dem Buntsandstein herausgehobelt und durch unterirdische Quellen gespeist. Es gibt eine Sage von den tanzenden Nonnen
und dem rachsüchtigen Seemännlein.“ Es ist wirklich eine ganz idyllische Ecke!
Ein kurzer, steiler Anstieg kurbelt den Kreislauf wieder an und mündet in einem herrlich weichen Waldpfad. Immer wieder kann
man den Glaswaldsee tief unten liegen sehen. Den Abstieg von zweihundert Höhenmetern mit notwendigem Aufstieg haben wir uns verkniffen. Als Fleiß- oder Trainingseinheit hätte es sich sicher gelohnt.
Bei der nächsten Wegkreuzung taucht zum ersten Mal der Hinweis zu unserem heutigen Tagesziel „Hark“ auf, mit 8,5 km
Entfernung. Beim Wegkreuz „Klagstein“ (865 m) machten wir einen Abstecher zu den gleichnamigen Felsen mit schöner Aussicht. Um zwölf Uhr wird gegessen, egal ob gekocht ist,
sagt man doch. Es war soweit, mein Magen knurrte, anderen auch. Wer weiß, ob wir noch so ein schönes Plätzchen
finden würden für die Mittagspause, als guten Appetit! Normalerweise wäscht man ja vor dem Essen die Hände; wir hatten aber erst am Juliusbrunnen Gelegenheit dazu.
Schöne Waldwege führen langsam bergab zur Freiersberger Hütte (747 m). Der nächste Anstieg folgt bestimmt! Das
Hundskopfsträßle (langweilige Forststraße) mit schönem Blick auf Bad Peterstal-Griesbach führt unterhalb des großen
Hundskopfs zur Littweger Höhe (835 m), einem Langlaufknotenpunkt und der Kreuzung mit dem Querweg
„Gengenbach-Alpiersbach“. Der Herbensattelweg ist auch wieder eine langweilige, aber bequeme Forststraße. Nun „geht’s mit uns aber wirklich bergab“ über steile Pfädle im Wald.
Beim Austritt stehen wir direkt am Talschluß „Auf der Hark“ (700 m). Der Ausblick über das Tal ist ganz idyllisch, das
Wolkenspiel am Himmel als Wetterprognose aber weniger. Rechts unterhalb liegt der „Hark-Hof“, unser Tagesziel. Ein
Bauernhof mit Vesperstube, schöner Terrasse, ein paar moderne Fremdenzimmer und voller Landwirtschaft. Der
hübsche Garten in Hanglage ist die Domäne der rüstigen Oma, in voller Aktion. Die Ziegen haben ein eigenes Häuschen auf der Wiese oberhalb der Terrasse.
Voller Genuß ist angesagt, jedem das Seine, von hausgemachtem Kuchen zum Kaffee über hofeigene Milch bis zum
guten Viertele oder Bier. Zum Abendessen probieren wir auch die hausgemachte Wurst und den Käse. Sogar Schnaps
wird gemacht. Ich habe noch nie so eine gute Blutwurz getrunken wie hier. Nur die Sorge vor dem Zusatzgewicht im
Rucksack hat mich davon abgehalten, eine Flasche Reiseproviant oder „Gutenachttropfen“ mitzunehmen.
Mit der Zeit wurde der Wind stärker und mischte unsere Erholungsphase ganz schön auf. Den Kampf mit den
Sonnenschirmen gewann natürlich der Wind. Es war der Auftakt zu den nächtlichen, unwetterartigen Regenfällen. Der
Abend auf der Terrasse war dann nicht mehr so gemütlich und wurde mit einem Glas Rotwein in der Gaststube bald beendet.
Heike Vorwerck
4. Tag:
Nach dem feinen Frühstück aus selbstgefertigten Produkten des Harkhofs bewunderten wir noch die Präsentation des Frühstückstisches für das TV-Team, das unseren Weg immer wieder kreuzte.
Die Bäuerin hatte Regen vorausgesagt - es goss prompt in Strömen. Gut gewappnet brachen wir nach dem ersten Guss auf
und erfuhren an der Kreuzsattelhütte, dass wir gerade einen kräftigen Hagelschauer verpasst hatten. Der Wirt bot uns eine große Feiertags-Kuchenauswahl an, aber der Zeitpunkt stimmte
leider nicht. Wir bewunderten alte Grenzsteine am Weg und wanderten auf weichem Waldboden um Pfützen herum durch den Hochwald - mal warm, mal kalt - Kleider aus, Kleider an.
Gerade überlegten wir, wo wir in der feuchten Umgebung am besten vespern könnten, da stand schon wieder die
nächste schwarze Wolke über uns. Glücklicherweise erreichten wir mit den ersten Tropfen die Hohenlochenhütte des
SV-Wolfach. Die Hüttenbetreuer empfingen uns herzlich, wir durften unsere feinen Mitbringsel vom Harkhof (Wurst und Käse) bei ihnen vespern und erhielten dazu Tee, Kaffee und Kuchen ganz nach Wunsch (einschl. Kuchenrezept). Draußen schüttete es, was uns überhaupt nicht
mehr störte. Wir blieben 2 Stunden sitzen in bester Unterhaltung. Auch der putzige Hüttenbewohner - ein Siebenschläfer - trug dazu bei. Von den Spitzfelsen hatten wir noch
einen herrlichen Ausblick auf Wolfach und unser Übernachtungsziel Hausach.
5. Tag: Bei schönstem Wetter stiegen wir von Hausach aus an der Burgruine Husen vorbei
steil zum Farrenkopf auf, das nahm manchem die Puste. Dort oben erwarteten uns Ruhebänke an der aussichtsreich gelegenen Hütte, diese Rast war schwer verdient!
Über einen Laubwaldrücken ging`s weiter leicht abwärts zum Büchereck, das mit seiner guten Aussicht den idealen Platz für unsere
Mittagsrast bot. An Schanzenanlagen vorbei erreichten wir den Karlstein, einen 25 Meter hohen Granitblock , der einen prächtigen Rundblick bietet über weite
Nadelwälder und auf fast den gesamten mittleren Schwarzwald. Am stattlichen Bauernhof, mit einem besonderen Leonidas-Kreuz, wies uns die Bäuerin den Weg zu unserer Unterkunft in Schonach .
Ein langer ermüdender Marsch auf Asphalt. Die Rheinische “Schwarzwälder” Wirtin hat uns trotz anfänglicher Skepsis alle unsere Wünsche erfüllt.
6. Tag: An der Wilhelmshöhe setzten wir den Westweg fort. Den idyllischen Blindensee erreichten
wir in reizvollem Morgenlicht. Auf Bohlenwege bewunderten wir die Moorlandschaft mit viel Wollgras und seltener Vegetation. An der Bregquelle, der Martinskapelle und dem Günterfelsen vorbei wanderten
wir zum Brend zur Mittagsrast. Vom Brendturm bot sich eine herrliche Aussicht auf die umliegenden Schwarzwaldberge. Bei idealem Wetter genossen wir auf dem weiteren Weg die offenere Landschaft des
südlichen Schwarzwaldes mit herrlichen Wiesen in voller Blüte.
Am Neueck gönnten wir uns eine gemütliche Kaffeepause, der Weg zur Kalten Herberge führte uns parallel zur Straße. Das vorzügliche Abendessen dagegen war ein krönender Abschluss.
7. Tag: Heute am letzten Tag unserer Westweg-Etappe hat uns der Sommer voll erwischt.
In vertrauter Langlauf-Umgebung wanderten wir, dieses Mal durch herrliche Wiesen über den Thurner, Weißtannenhöhe,
Heiligenbrunnen Richtung Titisee. Bei wunderbarer Aussicht mussten wir leider auf Asphalt gehen bei zunehmender Schwüle. In Bahnhofsnähe gab es noch zur Aufmunterung Kaffee und
Kuchen bevor wir müde und zufrieden heimfuhren.
Wir bedanken uns bei der Uschy für die wunderschöne, erlebnisreiche und toll organisierte Wanderwoche auf dem Westweg.
Hannelore, Ortrud, Rosi
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