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Ein besonderes Highlight der Tourensaison 2021

Die Karnischen Alpen sind eine Gebirgsgruppe der Südlichen Kalkalpen. Sie liegen auf der Grenze zwischen Österreich (Osttirol und Kärnten) und Italien (Südtirol, Belluno und Friaul).

Der Karnische Hauptkamm bildet einen stark ausgeprägten von Ost nach West verlaufenden Kamm von über 100 km Länge zwischen den Einzugsgebieten der Flüsse Drau, Gail und Tagliamento und ist ein beliebtes Wandergebiet

Der Kamm beginnt im Westen mit dem markanten Helm 2433 m) im Skigebiet von Sexten erreicht mit Pfannspitze (2678 m) Großer Kinigat (2689 m) und Hochweißstein (Monte Peralba, 2694 m) mehrmals knapp 2.700 Meter und in der Hohen Warte als höchstem Gipfel 2780 m.

Der östliche, niedrigere Teil des Gebirgszuges wird von zwei wichtigen Pässen gequert: Plöckenpass und Nassfeld.

Einst standen sich hier im Ersten Weltkrieg tausende österreichisch-ungarische und italienische Soldaten gegenüber. Heute verläuft am ehemaligen Schicksalsgrat der 150 km lange Karnische Höhenweg, kurz KHW 403, der auch als „Friedensweg“ bezeichnet wird und in seiner Vielfalt zu den schönsten Weitwanderpfaden Europas zählt. Die “Via della pace” ist ein einzigartiges Erlebnis für Wanderer, Kletterer, Geologen und Naturliebhaber. In seiner Vielfalt gehört er zu den schönsten Weitwanderwegen Europas.

Die Begehung des Friedensweges stand heuer im August 2021 auf unserem Programmzettel.

Tag 1 – Bergstation Helm zur Sillianer Hütte

Endlich geht es los, Corona lässt es zu und wir brechen morgens früh um fünf Uhr auf in die Ostalpen. Wir, das sind Hebby, Heike, Patricia, Veronika, Jörg, Andrea und ich. Georg werden wir erst auf der Porzehütte treffen. Endlich in Vierschach nach einer langen Autofahrt angekommen (Anmerkung: mit den Pinkelpausen wird sparsam umgegangen und gab es bei fünf Frauen im Auto nur nach männlicher Anfrage (😉)) geht es mit der Seilbahn zum

Bergrestaurant Helm, unserem Ausgangspunkt. Das Wetter ist herrlich und so erklimmen wir die ersten ca. 500 Meter (reicht uns allen völlig!) hinauf zur wundervollen Sillianer Hütte. Diese liegt traumhaft auf 2447m und wir genießen den Blick auf die Dolomiten und die Drei Zinnen. Auf der Hütte werden wir nach diesem sportlich äußerst anstrengenden ersten Tag (Anfahrt steckt in den Knochen) mit leckerem Essen und tollen (Prinz-)Schnäpsen verwöhnt. Eine Gruppe junger Tiroler macht passend dazu mit der Ziharmonika ordentlich Stimmung. Toller erster Tag!

Vivienne

Tag 2 – Sillianer Hütte zur Obstanzerseehütte

Unsere erste Übernachtung auf dem karnischen Höhenweg verbrachten wir auf der neuen und komfortablen Sillianer Hütte und hatten sogar warmes Wasser zum Waschen. Welch ein Luxus! Nach einem vorzüglichen Frühstücksbuffet machten wir uns dann auf den Weg zur Obstansersee-Hütte – unserem heutigen Tagesziel. Die angesagte Gehzeit betrug ca. fünf Stunden und etwa 450 hm bergauf bzw. 550 m hm bergab. Also noch eine gemütliche Eingehtour, die als Vorbereitung für die nächsten größeren Tagesetappen dienen sollte. Wir starteten bei bestem Wanderwetter und kaum hatten wir die erste Anhöhe erreicht, erblickten wir eine Herde Lamas, die von uns Wanderern jedoch kaum Notiz nahmen. Doch jeder zückte seine Kamera um die Lamas im Vordergrund und dem herrlichen Bergpanorama im Hintergrund abzulichten. Noch hatten wir ausreichend Zeit fürs Fotografieren; das wird sich jedoch in den nächsten Tagen ändern.

Die Route führte über den Monte Arnes mit 2.550 m zur Hollbrucker Spitze und das Hochgräntenjoch zum Eisenreich mit einer Höhe von 2665 m. Von dort ging es weiter zur Obstansersee-Hütte auf 2.300 m.

Auf unserem Weg mussten auch schon die ersten leichten Kletterpassagen überwunden werden und wir erhielten einen ersten Vorgeschmack auf die Gratwanderungen der nächsten Tage.

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Auf Schritt und Tritt begegneten wir den Zeugnissen des Stellungskrieges 1915-1917 als das Königreich Italien den geheimen Dreibund mit Österreich-Ungarn und dem Deutschen Reich aufkündigte. Mit Beendigung der kriegerischen Auseinandersetzungen wurde der karnische Höhenweg danach streckenweise zum Friedensweg umgewidmet. Und so finden sich an vielen Stellen Gedenkstätten, die an die gefallenen Soldaten erinnern. Auch kann man vielerorts die Schützengräben wie auch verfallene Stellungen noch deutlich erkennen. Teilweise wurden diese auch wieder restauriert. Man kann nur erahnen, welche Strapazen und Entbehrungen die Soldaten damals erfahren mussten. Und immer wieder wunderbare Ausblicke auf die umliegenden Berge. Nach einer letzten Anhöhe erblickten wir aus der Höhe am frühen Nachmittag den Obstansersee mit der ASV-Hütte. Doch trennte uns noch ein halbstündiger Abstieg vom wohlverdienten alkoholfreien Weizenbier. An der Hütte angekommen haben wir uns erst mal mit Kaiserschmarn und Tropfenstrudel gestärkt. Da der Nachmittag noch nicht sehr weit fortgeschritten war, haben Heike, Andrea, Vivienne, Hebby und ich beschlossen, der Obstanser Eishöhle noch einen Besuch abzustatten. Über zum Teil ausgesetzte Wege haben wir nach einer halben Stunde den Eingang der Höhle erreicht. Die Obstanser Eishöhle ist eine ca. 800 m lange Höhle, die zum Teil noch gar nicht oder nur wenig erforscht wurde. Streckenweise kann dieses Höhlensystem lediglich kriechend bewältigt werden. Mit Stirnlampen ausgestattet haben wir den ersten Teil der Höhle erkundet. An einer abgebrochenen Leiter endete jedoch unser weiterer Höhlenbesuch. Nun ging es wieder zurück zur Hütte und wir freuten uns schon auf unser Abendessen.

Jörg

Tag 3 – Obstanzerseehütte zur Porzehütte

Am frühen Morgen grüßt der Großglockner im Norden und unser Blick geht immer wieder zum Himmel und zum Wetterbericht. Wie wird das Wetter heute? Können wir den alpinen Kammweg über die Pfannspitze (2678 m) und entlang der Kleinen und der Großen Kinigat wagen oder müssen wir aufgrund der Witterung den unteren Weg nehmen?
Hebby trägt eine lange Wanderhose! (Das gibt es nur bei sehr schlechtem Wetter). Auch die anderen Wanderer sind unentschlossen.

Nach dem Frühstück fällt die Entscheidung kurz und knapp: Wir gehen über die Pfannspitze.

Wir haben Glück, das Wetter hält bei dem steilen Aufstieg über Blockwerk, den leichten Felsen und dem ausgesetzten Grad.  Beim Abstieg zur Filmoor-Standschützenhütte (2350 m) brauchen wir unsere Regenkleidung und bringen mit unseren bunten Regenschutzhüllen Farbe in die neblige Landschaft. Die Hütte ist klein und sehr urig und ist eine willkommene Einkehrmöglichkeit auf unserem Weg zur Porzehütte.

Das Wetter bessert sich, der Regen lässt nach und wir steigen weiter ab zum Stuckensee (2032 m), der von einer schönen Moorlandschaft umgeben ist. Die Regenkleidung und die lange Hose werden abgezogen, bevor wir zum Heretriegel  (2170 m) aufsteigen und über die Scharte drahtseilversichert steil nach unten absteigen.

Wir gehen flott, um trocken in der Hütte anzukommen, aber unterhalb der Porze (2589 m) fängt es an zu donnern. Wir legen noch einen Schritt zu und gelangen zur Porzehütte (1942 m) bevor der Regen beginnt. Wir sind drinnen und es fängt an zu regnen. Es regnet heftig, gewittert und hagelt sogar.

Was für ein Glück. Wir hatten eine tolle Etappe mit 12 km, 650 Metern im Aufstieg und 900 Metern im Abstieg, einer reinen Gehzeit von 6 Stunden und sind davon nur eine Stunde im Regen gewandert.

Auf der Hütte treffen wir Georg, der den Weg ab jetzt mit uns weiterwandert.

Die Porzehütte wurde 1976 erbaut und ist eine Alpenvereinshütte. Unsere Zimmer hatten 6 Betten in 3 Schlafbuchten auf 3 verschiedenen Ebenen. Das erforderte auch in der Nacht steile Auf- und Abstiege.


Veronika

Tag 4 – Porzehütte zum Hochweißsteinhaus (die Königsetappe)

… ich bin nun auch dabei.


Nachdem ich am Vortag von Obertilliach aufgestiegen bin, habe ich an der Porzehütte nachmittags alle begrüßen können – von hier ab jetzt gemeinsam im Boot der Höhenwanderer für die nächsten fünf Tage. (Die erste Etappe auf die Sillianhütte hatte ich drei Tage zuvor bei herrlichem Wetter in eigener Regie in Angriff genommen und konnte so der tags darauf eintreffenden Tourgruppe entsprechende Tips geben).


Die vierte Etappe – von der Porzehütte zum Hochweisssteinhaus mit angesetzter Geamtgehzeit von zehn Stunden – ein durchaus “königlicher Brocken”.


Fast durchweg auf dem Grat, immer hart an den Grenzen von Ost- und Südtirol, sowie im letzten Drittel auch Kärnten, auf den schwierigsten Passagen mit Seilen gesichert, sollte diese Etappe die ganze Aufmerksamkeit erfordern.


Nach dem Gewitter und Hagelschauer gestern am Spätnachmittag zeigte sich das Wetter am frühen Morgen wieder von der schönen Seite; allerdings waren die Temperaturen nahe dem Nullpunkt gefallen. Nach dem Frühstück drängte Hebby (heute wieder in kurzen Hosen) zu Eile, offenbar hatte er so eine Ahnung….


Kurz nach sieben Uhr Aufstieg zum Tilliacher Joch auf ehemaligem Kriegsweg und von dort über weite Grashänge zur ersten Kammhöhe am ‘Bärenbadeck” auf 2.430m. Eisiger Wind aus Südwest seit dem Tilliacher Joch schlug uns auf dem ungeschützten Steig entgegen und sehnsüchtig wurden die ersten Sonnenstrahlen für etwas Wärme erwartet. In den Kehren lagen noch Haufen von Hagelkörnern von dem gestrigen heftigen Gewitter.


Unbeachtet dieser Eischranktemperaturen hatte auch Vivienne wieder ihre kurzen Shorts an – da konnte man nur Respekt zollen.Das Wetter wurde jetzt immer besser und die herrliche Sicht auf die Südtiroler Dolomiten im Süden hob die Stimmung und Fotofrequenz erheblich. Die erste Rast um 10 Uhr jetzt bei wärmender Morgen-Sonne im Sattel unterhalb der Reiterkarspitz (2.293m) währte nur kurz; Hebby erinnerte an die noch bevorstehen schweren Anstiege am Hochspitzkamm.Gegen 11:30 Uhr noch eine Trinkpause   vor dem Hochspitzjoch (2314m), bevor wir nach Querung der Rotspitzsüdwand eine mit Fixseilen gesicherte steile Felsrinne hochstiegen. Jetzt war höchste  Aufmerksamkeit gefragt, und mit der Mittagswärme flossen reichlich Schweisstropfen bis hinauf zum Joch.


Es folgte noch ein weiterer ähnlicher Durchstieg, aber schließlich war es geschafft und eine Verschnaufpause auf der Höhe war angesagt. Auf steilen Grashängen führte der Weg uns weiter über eine nochmalige kurze Klettereinlage zum Zwischenziel Mitterkarjoch (2400m).

Herrlich jetzt der Blick beidseitig der Kammhöhe zu den Hohen Tauern im  Nordwesten und den Pesariner Dolomiten südlich unserer Kammroute. Über den Dunst der Karnischen Voralpen liess sich das nicht mehr allzu ferne Mittelmeer erahnen.


Hier kreuzten wir die Landesgrenze zu Kärnten und unterhalb der Steinkarspitze ging es auf guter, aber auch stellenweise gefährlich ausgesetzter Wegführung (Wandtafeln am Fels erinnerten an manche folgenschwere Tragödie) hinab zum Luggauer Törl (2.235m); hier war höchste Aufmerksamkeit vonnöten.


Am Luggauer Törl zur fortgeschrittener Nachmittsgszeit legten wir in unmittelbarer Nachbarschaft des mächtigen Kalksteinmassives des Torkar (2.579m) nochmals eine ausgiebige Rast ein.


Kurz vor der Wegegabelung mit leichteren Wegführung ins Tal, bzw. der schweren, anspruchsvollen Route auf gleichem Höhenniveau zum Hochweisssteinhaus, konnte Hebby eine wohlgenährte und verspielte Murmeltierfamilie in unmittelbarer Wegnähe zum Fotoshooting gewinnen…eine willkommene Abwechslung zu seiner umfangreichen “Flora-Galerie”!


Hebby wählte die schwere, obere Route zum Hochweisssteinhaus, diese Entscheidung sollte uns gut anderthalb Stunden mehr kosten. Eine recht unscheinbare, auf dem Boden liegende Dreieckstafel am Beginn des Weges wies auf eine Wegsperrung hin, Hebby hatte diese übersehen und die Hinweise Nachfolgender nicht wahrgenommen. Die weitere Wegführung erwies sich zunehmend schwierig und alles deutete darauf hin, dass der Alpinpfad bewusst vernachlässigt war.


Nach kurzer Zeit standen wir vor einer steil abfallenden Rinne zu einem riesigen, von Gletscherwasser unterspültem  Schneefeld. Das Risiko war nun zu groß und die Entscheidung zur Umkehr oder Alternativ-Route folgerichtig. Gemeinsam entschieden wurde, direkt vom Weg steil  durch eine trockendes Bachbett und über das Grasfeld entlang des bis ins Tal führende Schneefeld, bzw. Gletscherbach, abzusteigen. Das weglose Gelände mit dichtem Grasbewuchs erforderte viel Zeit und Konzentration – so manche Hosenboden-Landung in dem steilen Terrain war die Folge…


Aber schließlich erreichten wir unbeschadet die Talsohle und stiegen auf dem Almweg, bzw. markierten Pfad zum Hochweisssteinhaus (1.867m) auf. Es war geschafft – nach über zehn Stunden erreichten wir gegen 18:30 unser Etappenziel und freuten uns auf einen geruhsamen Abend in der gemütlichen Hütte.

Georg

Tag 5 – Hochweißsteinhaus zur Wolayerseehütte

Wir brechen an diesem noch sehr nebeligen und -wie der Badener sagt- schattigen Morgen (sogar unser ständig in kurzer Hose wandernder Tourenführer Hebby geht in “Lang”) wie immer zeitig auf, wobei sich auch nach sechs Tagen üben noch nicht ganz alle von uns auf die morgendliche “Aufbruchs-Routine” eingegroovt haben ;-). Die Wolkendecke reißt schnell auf und wir wandern durch wunderschöne unerschiedlichste Landschaften: von moorigem Untergrund durch verwunschene/verwurzelte Märchenwälder über alpine Kalk-Geröllfelder. Auch die bunte Botanik trägt zur Verringerung unserer Handy-Speicherkapazitäten bei. Gefühlter Outfitwechsel auf diesen insgesamt ca. 15 km und 1000 Hm bedingt durch den “Heiter-bis-wolkig-Mix”: 5 mal (bei Hebby warens nur 3😁).

Die Wolayerseehütte begeistert uns neben ihrer traumhaften Lage direkt am See vor allem mit der Fensterfront im Essbereich mit einem phänomenalen Blick auf den See. Und so genießen wir Apfelstrudel (natürlich mit Schlag), Abendessen und die leckere Alte Marille von Prinz (unser aller Lieblingsschaps) und bereiten uns mental auf unserer morgige Hammer-Tour vor.

Vivienne 

Tag 6 – Wolayerseehütte zur Zollnerseehütte

Hammer-Tour mit den meisten Kilometern und Höhenmetern !

Für die heutige Etappe gab es ein frühes und schnelles Frühstück. Abmarsch war um 7 Uhr geplant, sodass wir alle schon vor der offiziellen Frühstückszeit vor dem Frühstücksraum standen, in der Hoffnung etwas eher dafür aber gemütlicher Frühstücken zu können. Der Raum war jedoch noch verschlossen, sofass wir mit einer der beiden Hütten-Katzen mit scharrenden Pfoten vor dem Frühstücksraum warten mussten. Hebbys Ansage für die heutige Tour an Alle war, aufgrund der sehr weiten Wanderung, keine ständigen Fotostopps. Fotografen an dem Tag waren Hebby und der schnelle Jörg, der Lumpensammler war. Der Versuch mal zwischendurch zu fotografieren ist kläglich gescheitert.

Pünktlich war dann Abmarsch bei teilweise Nebel. Über Altschneefelder übers Valentintörl ging es fast 1.000 hm hinunter über Geröllfelder, Almwiesen und durch ein Wäldchen zur Valentinalm.
Auf den Plöckenpass, wo wir am Plöckenhaus einkehren wollten. Das Gasthaus war jedoch geschlossen. Pause dann oberhalb des Grünsees auf der grünen Wiese auf Baumstämmen vor einem sehr langen Anstieg.

Zum Glück gab es auf der sehr langen Wanderung immer wieder Almen unterwegs, um das Trinkwasser an diesem doch sehr heißen Tag auffüllen zu können. An der Oberen Spielbodenalm konten Hebby und Jörg durch ein offenes Fenster eine Bierdose angeln, welche Sie aber natürlich an der Alm haben stehen lassen. Ab der Alm ging es zuerst in einem leichten auf und ab auf einem sehr schmalen und zum Teil zugewachsenen Weg am Hang entlang. Plötzlich ging es fast senkrecht einen Wiesenhang hinauf, teilweise auf allen Vieren. Wir waren uns alle einig, das diesen Weg keiner nach unten laufen wollte. Nach dem steilen Stück ging es noch in endlosen Kehren auf den Köderkopf, wo auch ein Foto-Shooting gestattet war. Nach dem die großartige Aussicht genossen wurde, ging es wieder auf einem schmalen Steig nach unten und am Hang des Talkessel entlang zur Zufahrtsstraße zur Oberen Bischofalm. Mittlerweile war es schon 17:30 Uhr als wir auf der Alm angekommen sind und wir unseren Flüssigkeitshaushalt mit Radler und Kräuterlimo nochmals auffüllen. Jetzt standen uns noch die letzten 160 hm zur Zollnerseehütte bevor, die die Mädels gerne gemütlich auf dem breiten Weg wandern wollten. Die Männer haben jedoch den steilen Steig bevorzugt, sodass nochmal anstrengende, schweißtreibende und auch seilgesicherte Höhenmeter überwunden wurden. Oben angekommen wurde die ersehnte Zollnerseehütte in einer wunderschönen Almlandschaft mit freudigen Jubelschreien begrüßt. Da es dann doch schon nach 18:30 Uhr war, wurde zuerst der Hunger gestillt und anschließend die Dusche genossen. Nach der obligatorischen Schnapsrunde sind wir dann irgendwann ins Bett gefallen. Insgesamt wurden ca. 26 km, 1.600 hm bergauf, 1.800 hm bergab und ca. 11 Stunden bewältigt.

Heike

Tag 7 – Zollnerseehütte zum Nassfeld (Alpenhotel Plattner)

Unsere 7. Etappe startete wieder bei schönstem Wanderwetter, nachdem einige noch kurz in der neben der Zollnerseehütte befindlichen Friedenskapelle Einkehr hielten. Über die sanft hügelige Almhochfläche wanderten wir vorbei am Zollnersee, der ein wunderbares Landschaftsidyll, umgeben von Moorflächen, ist. Weiter ging es unterhalb des Findenigkofels und über den Waideggeralmsattel.

Damit wir bei unserer ca. 24 km langen Tour im Zeitfenster blieben, hatten wir leider keine Zeit, uns an den vollreifen Heidelbeeren zu erlaben und ständige Fotostopps zu machen. Dafür machte unser topfitter „Besenwagen“ Jörg dankenswerterweise unzählige Fotos.

Bei der Straniger Alm legten wir eine kurze Pause ein. Nach einer Stärkung ging es aufwärts durch lichten Bergwald zum Gugel, von hier aus weiter über den Kordinsattel nach Italien. Über Kalkschutthalden querten wir die Wände des Trogkofels und über etwas Blockwerk erreichten wir den Rudnigsattel.

Richtung Madritschen gelangten wir zu den ersten Ausläufern bzw. Pisten des Skigebiets Nassfeld und hatten bald einen Überblick auf die künstlich geschaffene Wassererlebniswelt. Hier erreichte uns auch die Zivilisation. Kein Wunder, da einige Seil- und Sesselbahnen nach Madritschen führen.

Entlang der Pistenränder ging es abwärts zum Naßfeldpass. Danach erfolgte der finale, kurze Aufstieg über eine Asphaltstraße zu Plattner’s Alpenhotel.

Nach ein paar Übernachtungen in echter Hüttenromantik auf Matratzenlager war das richtiger Luxus. Und darauf haben wir am Abend natürlich angestoßen.

Es war eine tolle Etappe mit Stimmungen in jeder Hinsicht. Der KHW 403 war gefühlt ohne nennenswerte Höhenunterschiede (obwohl sich diese auf ca. 1000 Hm im Auf- und ca. 1100 Hm im Abstieg beliefen) und nicht mehr ganz so alpinistisch wie die Tage zuvor, jedoch in einer wieder beeindruckend schönen Landschaft mit malerischen Bergwiesen.

Andrea

Tag 8 – Nassfeld zur Eggeralm

Gehzeit: 3:40 Std, Strecke: 12,2 km, durschnittl. Gehgeschwindigkeit: 3,3 km/h, Höhenmeter: 430 m Aufstieg, 660 m Abstieg

..das sind die Daten unserer letzten Etappe, unserem letzten Tag des Karnischen Höhenwegs (KHW) – ein beeindruckender Weg der mich in zwei Welten hat eintauchen lassen. In eine wunderbare, abwechslungsreiche und oft sehr abenteuerliche Gebirgslandschaft mit malerischen Gipfeln und Ausblicken und einem Panorama, das mich sehr berührt hat und in eine dunkle Vergangenheit, in die Geschichte des ersten Weltkriegs mit den grausamen Kämpfen bei denen sich tausende österreichisch-ungarische und italienische Soldaten gegenüberstanden, den Spuren von alten Stellungen, den Schützengräben, eine erbarmungslose Zeit. Der KHW wird auch Friedensweg genannt, da er der hart umfochtenen Front folgt.

Das Ziel und der Plan des heutigen Tages: Gemütlich Zur Egger Alm und nach kurzer Einkehr mit dem Taxi zu unserem Hotel, dem Hauserhof.

So starten wir nach einem erholsamen Aufenthalt und genussvollen Frühstück im Alpenhof Plattner gut gestärkt bei bestem Wanderwetter in unsere ‘letzte Runde’. Der Weg führt uns direkt in einen Hang (Skipiste), der gefühlt steiler nicht sein konnte. Kurz vor dem höchsten Punkt, dem Garnitzentörl, entdecken wir, dass es auch einen bequemen Weg gibt! …. und wir entdecken auch die bereits oben angekommene Familie, die wir im Anstieg überholten. Nach kurzer Zeit des ‚Treppensteiger-Trainings‘ war uns eine Panoramaliege gegönnt, allerdings wird diese eher für das essentielle Fotoshooting als für eine Erholungspause genutzt. Heut sind wir gemütlich unterwegs. Heute kommen alle Fotografinnen und Fotografen ohne Ermahnung auf Ihre Kosten. Schließlich hatten wir am Vortag auf den einen oder anderen Panorama-Blick zu Gunsten eines Saunaaufenthalts im Alpenhof Plattner vergebens verzichtet, denn im Plattner Hof angekommen, teilte man uns mit, dass die Sauna geschlossen ist.

Schon bald erreichen wir eine moderne Jause, die Garnitzenalm. Die Einkehr ist selbstredend – wir haben ja Zeit, die Egger Alm ist nicht mehr allzu weit entfernt und dann geht‘s ja auch gleich mit dem Taxi zum Hotel (das ist der Plan). Der ‚etwas andere Wirt‘ begrüßt uns auf seine Art. Es ist bei der Vorfreude auf die von ‘Herrn Rother’ empfohlenen Spezialität, dem Erfrischungsgetränk ‘sahnige saure Milch’ geblieben. Der Hüttenwirt war bei der Bestellung des besagten Getränks überrascht, ihm war nicht bekannt, dass er solch eine Erfrischung im Angebot hat. So bestellen wir wie immer!

Auch unser letzter, nicht mehr alpine Abschnitt des KHW bietet uns viel Abwechslung. Der Skizirkus und die gemütliche Jause liegen hinter uns und es geht weiter durch Nadelwälder die uns an unseren guten Hochschwarzwald erinnern, Schluchten und auch schmale Wege die etwas Trittsicherheit erfordern.

Auf breitem Forstweg wechseln wir noch einmal von Italien nach Österreich und bald darauf sehen wir auch schon ein Almhochtal, das charmanter und idyllischer kaum sein könnte. Beeindruckt hat mich, dass das komplette Hochtal barrierefrei ist.

Vom Läuten der Kuhglocken begrüßt, marschieren wir nun doch schnellen Schrittes direkt zur Alm. Ankommen, bestellen, hinsitzen! …Trotz der kulinarischen Köstlichkeiten und Gemütlichkeit treibt‘ s uns ins Tal zum Hauserhof.

Nach mehreren Telefonaten mit verschiedenen Taxi-/Kleinbus-unternehmen teilt uns Hebby das ernüchternde Ergebnis mit. Alle Taxen ausgebucht, früheste Abholung in ca. vier Stunden.  ABER: Zum Glück gibt’s im Hauserhof einen Kleinbus. Der Seniorchef kann sich nachmittags ‚frei schaufeln‘ und uns abholen. So verkürzt sich unsre Wartezeit um die Hälfte – und auch zum Glück wurde die Idee … ‘wir laufen zum Hotel’ im Keime erstickt. Wir wären ca.15 km unterwegs gewesen und fast nur auf Asphalt.

Routiniert und sicher führt uns der Busfahrer auf der sehr engen, seitlich mit Leitplanken und Steinschlagverbauungen gesicherte Bergstraße die vielen Kehren runter ins Dorf.

Am letzten Abend unserer gemeinsamen Woche lassen wir es uns nochmal richtig gut gehen. Und die abschließende ‚Schnäpsle-Runde‘ darf natürlich nicht fehlen.

Was für eine Woche. Danke an Hebby für die gute Organisation.  Ein Dank an die Gruppe für das ‚Miteinander-Unterwegs-Sein‘.

Patricia

Tag 9 – Heimfahrt

Für den 9. Tag war nur noch die Heimfahrt geplant. Das bestellte Taxi für die Rückfahrt nach Vierschach kam pünktlich. Eine kurzweilige Fahrt über den Gailbergpass und Lienz sowie das Tiroler Pustertal brachte uns in zwei Stunden zurück zum Ausgangspunkt unserer Tour. Die Heimfahrt durch das Südtiroler Pustertal verlief wie befürchtet ziemlich zäh; danach ging es aber ziemlich flott auf der Autobahn über den Brenner, Arlberg und den Walensee wieder nach Hause, wo wir bei einem gemeinsamen Abschlussessen die Tour ausklingen liessen

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